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Bertolt-Brecht-Schule

Exkursion zum Weltacker Nürnberg

Am Dienstag, den 14.07.2026, unternahmen die Geographiekurse der Jahrgangsstufe Q12 unter der Leitung von Herrn Pesch eine Fachexkursion zum Weltacker Nürnberg. Ziel war es, fundierte Einblicke in die globale Landwirtschaft zu gewinnen und die räumlichen sowie ökologischen Herausforderungen der Ernährungssicherung einer wachsenden Weltbevölkerung praxisnah zu betrachten. Das zentrale Konzept des Weltackers bildet eine Anbaufläche von 2.000 m², welche die rein rechnerisch pro Kopf weltweit zur Verfügung stehende Ackerfläche repräsentiert.
Im Rahmen der fachkundigen Führung wurde zunächst die globale Flächennutzung thematisiert sowie erläutert, dass der durchschnittliche Konsum eines Menschen in der Europäischen Union mehr als die weltweit rechnerisch verfügbaren 2.000 m² Ackerfläche pro Person beansprucht. Neben der direkten Nahrungsmittelproduktion dient diese dem Anbau von Futtermitteln, Energiepflanzen und nutzbaren Rohstoffen wie Baumwolle. Die Exkursion verdeutlichte, dass über die Hälfte der globalen Ackerfläche für lediglich vier Hauptkulturpflanzen, nämlich Weizen, Mais, Reis und Soja beansprucht wird. Auffällig ist dabei, dass ein erheblicher Teil dieser Erträge (mit Ausnahme von Reis) nicht der menschlichen Ernährung zugutekommt, sondern als Tierfutter oder zur Herstellung von Biokraftstoffen Verwendung findet.
In diesem Kontext wurde ein zentrales Problemfeld der Agrargeografie deutlich: Für eine fleischreiche Ernährung wird deutlich mehr Fläche als die 2.000 m² benötigt, da zusätzlich erhebliche Kapazitäten für den Anbau von Futtermitteln gebunden werden. Eine überwiegend pflanzliche Ernährung benötigt hingegen wesentlich weniger Ackerfläche und stellt somit einen effizienteren Umgang mit den begrenzten Bodenressourcen dar. Zum Vergleich: Der weltweite Obstanbau belegt lediglich etwa vier Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche.
Die praktische Veranschaulichung dieser Proportionen erfolgte durch die Besichtigung zahlreicher auf dem Weltacker kultivierter Nutzpflanzen, darunter verschiedene Getreidesorten, Hülsenfrüchte, Sonnenblumen, Raps und Zuckerrüben. Auch wärmeliebende Pflanzen wie Baumwolle oder Bananen wurden angebaut, erzielten aufgrund der klimatischen Bedingungen in unseren Breiten jedoch nur geringe oder keine Erträge. Verkostungen von Maniok-Chips, Zuckerrüben und Malz ergänzten die theoretischen Ausführungen auf anschauliche Weise.
Einen weiteren inhaltlichen Schwerpunkt bildete die Analyse des Wasserfußabdrucks landwirtschaftlicher Erzeugnisse. Dabei wurde zwischen grünem, blauem und grauem Wasser unterschieden. Während das aus Niederschlägen stammende "grüne Wasser" eine ressourcenschonende Komponente darstellt, birgt die Nutzung von "blauem Wasser" (Entnahme aus Flüssen, Seen oder Grundwasser) bei Übernutzung immense ökologische Risiken. "Graues Wasser" bezeichnet die Wassermenge, die Wassermenge, die erforderlich wäre, um durch Nutzung entstandene Schadstoffe auf zulässige Grenzwerte zu verdünnen. Die gravierenden ökologischen Folgen einer exzessiven Entnahme von blauem Wasser wurden am Beispiel des Aralsees eindrücklich veranschaulicht, dessen Fläche in den vergangenen Jahrzehnten dramatisch geschrumpft ist.
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Exkursion den Schülerinnen und Schülern der Q12 wertvolle Einblicke in die Komplexität des globalen Agrarsystems bot. Sie demonstrierte die Begrenztheit der global verfügbaren Ackerflächen und unterstrich, wie unmittelbar unser individuelles Konsumverhalten und die vorherrschenden Anbaumethoden die globalen Land- und Wasserressourcen prägen.
Johan Franke, Q12

Weltacker Juli 2026 Q12, Bild © Bertolt-Brecht-Schule / Stadt Nürnberg