Der promovierte Jurist Hermann Luppe war von 1920 bis zu seiner Entmachtung durch die Nationalsozialisten 1933 Nürnberger Oberbürgermeister und machte sich vor allem um die Wohlfahrtspolitik verdient.
Der gebürtige Kieler begann seine Verwaltungstätigkeit 1900 in Frankfurt/Main, wo er ab 1909 dem Stadtrat angehörte und 1913 zum Zweiten Bürgermeister gewählt wurde. Seine politische Laufbahn führte ihn von der Fortschrittlichen Partei 1918 in die neu gegründete liberale DDP (Deutsche Demokratische Partei). 1920 wählte ihn die Nürnberger Bevölkerung als Nachfolger von Otto Geßler zum Oberbürgermeister. Während seiner Amtszeit wurden in Nürnberg etliche Bauprojekte wie Wohnsiedlungen oder die städtische Frauenklinik verwirklicht. Auf dem Gelände am Dutzendteich im Südosten der Stadt entstand ein Naherholungsgebiet für breite Bevölkerungsschichten mit Fußball- und Leitathletikstadion, Freibad und Kleingartenanlagen, das wegen seiner Verbindung von moderner Architektur und Landschaftsgestaltung weit über die Grenzen der Stadt hinaus Anerkennung fand. Die Nationalsozialisten nutzten später die vorhandene Infrastruktur für das Reichsparteitagsgelände.
Im Stadtrat sah sich Hermann Luppe in heftigen Auseinandersetzungen mit den Vertretern der NSDAP konfrontiert. Nach ihrer Machtübernahme verhafteten sie das Stadtoberhaupt und zwangen Luppe zum Rücktritt sowie zum Verlassen Nürnbergs. In Kiel kam er kurz vor Kriegsende bei einem Bombenangriff ums Leben.
In Nürnberg erinnert der Dr.-Luppe-Platz an den früheren Oberbürgermeister.