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Fair Toys

Nürnberg kann nicht nur auf eine lange Tradition als „Spielzeugstadt" zurückblicken, sondern ist auch heute noch ein Ort der Spielwarenherstellung und des Spielwarenhandels. Nicht zuletzt findet hier alljährlich die weltweit größte Fachmesse dieser Branche, die „Internationale Spielwarenmesse", statt. Grund genug, sich gerade in Nürnberg, der „Stadt des Friedens und der Menschenrechte“, mit den oft menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen in den Spielzeugfabriken Südostasiens auseinander zu setzen. Extrem lange Arbeitszeiten, nicht selten sieben Tage die Woche, sind dort häufig die Regel. Meist gibt es keinen Kündigungsschutz, gesetzliche Mindestlöhne werden unterschritten und Arbeitsschutzbestimmungen grob verletzt.

Die Ziele des Bündnisses

Vor diesem Hintergrund haben sich 2001 mehrere kirchliche und städtische Einrichtungen sowie Menschenrechtsgruppen zum „Nürnberger Bündnis Fair Toys" zusammengeschlossen, um sich gemeinsam für gerechte und menschenwürdige Arbeitsbedingungen in der Spielzeugproduktion einzusetzen. Das Bündnis ist inzwischen auch Mitglied der „Aktion fair spielt", die von der kirchlichen Hilfsorganisation Misereor mit weiteren Partnern ins Leben gerufen wurde.
Mit Studientagen, Pressekonferenzen und öffentlichen Aktionen betreiben „fair spielt“ und das Nürnberger Bündnis Bewusstseinsbildung.

Ziel des Engagements ist es, bei den Konsumenten Verständnis für die Situation der Arbeiterinnen und Arbeiter in den asiatischen Spielzeugfabriken zu wecken und die Bereitschaft zu fördern, für gerechte Arbeitsbedingungen etwas mehr Geld auszugeben. Da derzeit noch kein Prüfsiegel für „faires Spielzeug“ existiert, ist es für die Kunden allerdings fast unmöglich, zu erkennen, welche Produkte den Mindestanforderungen genügen. Um den Konsumenten die Kaufentscheidung für fair produziertes Spielzeug zu erleichtern, wollen die „Aktion fair spielt“ und das Nürnberger Bündnis die gegenwärtigen Zustände und mögliche Verbesserungen in den asiatischen Fabriken dokumentieren.

Der Runde Tisch mit Unternehmen der Branche

Nürnberg möchte zur Veränderung der unhaltbaren Zustände in den asiatischen Spielzeugfabriken beitragen. Deshalb hat das Menschenrechtsbüro der Stadt zusammen mit dem „Nürnberger Bündnis Fair Toys" Anfang 2002 einen Runden Tisch mit Unternehmern der deutschen Spielwarenbranche eingerichtet. Inzwischen sind neun führende Firmen und der Deutsche Verband der Spielwarenindustrie an dieser Runde beteiligt.

Ziel der Gespräche ist, dass die Firmen den vom Weltverband der Spielwarenindustrie, dem International Council of Toy Industries (ICTI), ausgearbeiteten Verhaltenskodex übernehmen, ihn bei ihren asiatischen Lieferanten anwenden und seine Einhaltung von unabhängiger Seite überprüfen lassen. Dieser Kodex schreibt beispielsweise Höchstarbeitszeiten, Mindestlöhne und Maßnahmen zum Gesundheitsschutz vor.

Von Anfang an ging es darum, gemeinsam mit den Unternehmern nach Wegen zu suchen, wie die Situation der Arbeiterinnen und Arbeiter in Asien verbessert werden könnte. Der Runde Tisch ist deshalb ein Versuch, dieses Problem im Miteinander von Firmen, Branchenverbänden, kirchlichen Einrichtungen und Menschenrechtsorganisationen und nicht im Gegeneinander zu lösen.

Erste Fortschritte

Der bisherige Verlauf dieses Versuchs ist ebenso ermutigend wie die positiven Entwicklungen der letzten Jahre in der Spielwarenbranche, an denen die Lobbyarbeit der „Aktion fair spielt“ und die Bemühungen der Branchenverbände maßgeblichen Anteil haben. Immer mehr Firmen erklären ihre Bereitschaft, sich für den ICTI-Kodex einzusetzen und die Arbeitsbedingungen bei ihren Lieferanten in Asien unabhängig überprüfen zu lassen.

Eine wichtige Forderung der Hersteller ist dabei nach wie vor die Einbindung auch des Spielzeughandels in den ICTI-Care-Prozess. Jetzt muss es vor allem darum gehen, dass diejenigen Firmen, die sich am Zertifizierungsprozess beteiligen, dies auch glaubwürdig, nachweisbar und nachhaltig umsetzen. Noch fehlt Transparenz auch über die „schwarzen Schafe“ in der Branche.

Mitglieder des „Nürnberger Bündnisses Fair Toys“:

  • Fenster zur Welt“ der katholischen Stadtkirche
  • Jugendakademie im Caritas-Pirckheimer-Haus
  • Katholische Arbeitnehmerbewegung (KAB)
  • Mission EineWelt
  • Lorenzer Laden e.V.
  • Menschenrechtsbüro der Stadt Nürnberg
  • Nürnberger Menschenrechtszentrum e.V.
  • Spielzeugmuseum der Stadt Nürnberg
  • Stadtmission Nürnberg e.V.
  • Bluepingu e.V.
  • Christliche Initiative Romero (CIR)

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