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Nürnberger Bündnis Fair Toys

Nürnberg kann nicht nur auf eine lange Tradition als „Spielzeugstadt" zurückblicken, sondern ist auch heute noch ein Ort der Spielwarenherstellung und des Spielwarenhandels. Nicht zuletzt findet hier alljährlich die weltweit größte Fachmesse dieser Branche, die „Internationale Spielwarenmesse", statt. Grund genug, sich gerade in Nürnberg, der „Stadt des Friedens und der Menschenrechte“, mit den oft menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen in den Spielzeugfabriken Südostasiens auseinander zu setzen. Extrem lange Arbeitszeiten, nicht selten sieben Tage die Woche, sind dort häufig die Regel. Meist gibt es keinen Kündigungsschutz, gesetzliche Mindestlöhne werden unterschritten und Arbeitsschutzbestimmungen grob verletzt.

Die Ziele des Bündnisses

Vor diesem Hintergrund haben sich 2001 mehrere kirchliche und städtische Einrichtungen sowie Menschenrechtsgruppen zum „Nürnberger Bündnis Fair Toys" zusammengeschlossen, um sich gemeinsam für gerechte und menschenwürdige Arbeitsbedingungen in der Spielzeugproduktion einzusetzen.

Mitglieder des „Nürnberger Bündnisses Fair Toys“:

  • Arbeiterwohlfahrt (AWO)
  • Bund Deutscher Katholischer Jugend (BDKJ)
  • Bluepingu e.V.
  • Christliche Initiative Romero (CIR)
  • DGB Jugend Mittelfranken (DGB)
  • Evangelische Jugend in Bayern (ejb)
  • Evangelische Jugend Nürnberg (EJN)
  • Fairtrade Stadt Fürth
  • Fenster zur Welt (Katholische Stadtkirche Nbg.)
  • Katholische Arbeitnehmerbewegung (KAB)
  • Kreisjugendring (KJR)
  • Lorenzer Laden e.V.
  • Menschenrechtsbüro Stadt Nürnberg
  • Mission EineWelt
  • Naturkiste - ökofaires Spielzeug
  • Nürnberger Menschenrechtszentrum e.V.
  • Spiel ein Spiel, Nürnberg
  • Spielzeugmuseum, Nürnberg
  • Weltgebetstag der Frauen
  • Wissenschaftler*innen (z.B. Prof. Dr. Harald Bolsinger, FHWS)
Fairtoys Gruppenbild

Vorbereitung der Gründung einer Fair Toys Organisation

Im Oktober 2018 gründete sich im Nürnberger Rathaus auf Initiative des Nürnberger Bündnisses und der Christlichen Initiative Romero eine Multistakeholder-Initaitive. Engagierte Unternehmen arbeiten zusammen mit dem Deutschen Verband der Spielwarenindustrie und zivilgesellschaftlichen Organisationen an der Schaffung einer glaubwürdigen Kontrollinstanz für die Branche. Ziel ist die Gründung der Fair Toys Organisation. (FTO). Die FTO will als Multistakeholder-Initiative, bestehend aus Spielzeugherstellern, Handel sowie unabhängigen Akteuren aus der Zivilgesellschaft, Kommunen und Gewerkschaften, auf die institutionelle Verankerung von Verantwortung und menschenrechtlicher Sorgfalt im gesamten Unternehmen setzen. Die zur Umsetzung geforderten Standards und zielführenden Maßnahmen werden mit einem Siegel bestätigt. Der Prozess wird unterstützt vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, das sich derzeit auch für die Durchsetzung eines Lieferkettengesetzes stark macht.

Nach mehr als einem Jahr intensiver Beratung wurde die FTO vom Nürnberger Bündnis Fair Toys auf der Spielwarenmesse vorgestellt.

Gründung der Fair Toys Organisation

Mit breiter Unterstützung aus der Region wurde die Fair Toys Organisation am 14.07.2020 im Nürnberger Spielzeugmuseum gegründet. Sie geht als neue Kontrollinstanz für die Einhaltung und Verbesserung von sozialen und ökologischen Standards in der Branche an den Start.

Als Gründungsmitglieder dabei sind unter anderem Plüschtier-Hersteller Heunec, Puppenhersteller Zapf, Spielwarenhersteller Haba (alle Landkreis Coburg) und Sigikid (Kreis Bayreuth). Zu den insgesamt 15 Gründungsmitgliedern gehört auch das Nürnberger Bündnis Fair Toys sowie zivilgesellschaftliche Organisationen aus Bayern und ganz Deutschland.

Die Fair Toys Organisation will neue Maßstäbe für sozial- und umweltverräglich hergestelltes Spielzeug setzen und mittelfristig ein unabhängiges Siegel etablieren, das Konsumentinnen und Konsumenten beim Einkauf als Orientierung dienen soll.

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