Wegweiser Partnerstädte Stadt Nürnberg

Internationale Beziehungen


Zum Welttag der Partnerstädte - Inklusive Partnerschaften

Am 26. April ist der Welttag der Partnerstädte. Und Nürnberg ist so international verbunden wie wenige deutsche Städte.
Mit ihnen pflegt Nürnberg vielfältige Beziehungen für Alle. Mehrere außergewöhnliche Kulturprojekte und Austausche brachten bisher Menschen mit und ohne Beeinträchtigung aus Nürnberg und Glasgow zusammen.

Fotos zu EveryBody © Ludwig Olah

EveryBody

ist ein inklusives Tanzprojekt, das die Choreografin Susanna Curtis entwickelte. Mit Beteiligung der florierenden "disability und mixed-abled" Tanzszene in Schottland fanden bereits mehrere Workshops und zeitgenössische Tanzproduktionen statt. Und das gleichnamige Festival „EveryBody“ fand 2026 bereits zum 3. Mal statt.

Szene aus der Tanzproduktion "Exploring Borders" von Curtis & Co-dance affairs mit EveryBody © Sebastian Autenrieth

Ein Körper betritt die Bühne.
Dann noch einer.
Und noch einer.
Keiner gleicht dem anderen, keiner versucht es.

Genau hier beginnt EveryBody – zeitgenössischer Tanz für everybody und every body.
Susanna Curtis bringt das Prinzip auf einen einfachen Satz: „What’s important is that the body is present, whatever the body.“

Seit 2021 erarbeitet und präsentiert EveryBody professionelle Tanzproduktionen, bietet Tanzworkshops und Tanzabende in Nürnberg an.
In Glasgow hat Indepen-dance über Jahrzehnte eine breit verankerte Praxis inklusiven Tanzes entwickelt.
Dies verbindet beide und bei Treffen und Festivals in der jeweiligen Partnerstadt laden sie ein, sich ein umfangreiches Bild der mixed-abled Tanzszene zu machen und teilzuhaben.

Gastspielauftritte

„Entwined“ und „Four Go Wild in Wellies“ der Glasgower Tanzkompanie Indepen-dance war 2026 beim EveryBody Festival in der Tafelhalle in Nürnberg zu sehen. „Exploring Borders“, eine Nürnberger Produktion von Curtis & Co-dance affairs mit EveryBody war 2022 beim inklusiven Festival „Gathered Together“ im Tramway Theatre in Glasgow.

Workshops

Hier wird mit Improvisation gearbeitet, mit Berührung, mit Raumgefühl. Bewegung wird nicht vorgegeben, sondern entdeckt. Wer teilnimmt, lernt weniger Schritte als Perspektiven: den eigenen Körper lesen, andere Körper wahrnehmen.

Diskurs und Wissenstransfer

Podiumsdiskussionen, Fachgespräche und Filme stellen vor, wie inklusive Kunst strukturell verankert werden kann.

EveryBody Festival

Barrierefreiheit ist beim Festival kein Zusatz, sondern Teil der Dramaturgie: Audiodeskription, Gebärdensprache, „relaxed performances“ werden angeboten und gehören einfach dazu..

Fortune Works Gruppe in Glasgow © noris inklusion

Noris Inklusion meets Fortune Works

Bereits 2014 gab es den ersten wechselseitigen Austausch von Beschäftigten mit Behinderung der noris inklusion und der Fortune Works-Werkstatt des Trägers „Enable Glasgow“. Auch 2025, zum 40-jährigen Städtepartnerschaftsjubiläum, trafen sich Beschäftigte der beiden Einrichtungen und lernten Arbeitsalltag, Gastfreundschaft und mehr voneinander kennen.

Aus dem Reisebericht von Christian Schadinger, Geschäftsführer der noris inklusion gGmbH

Sie erkundeten Glasgow und besuchten natürlich die Werkstätten von Fortune Works: Schwer beeindruckt waren sie dort vom Einsatz digitaler Medien und KI. In Glasgow verfügen sie über einen digitalen Leitfaden in leichter Sprache, mit der Beschäftige, die neu in den Werkstätten sind, geschult werden.

Ein Werkstattplatz bei „Fortune Works“ ist ein Privileg, denn „...Schottische Sozialunternehmen können sich als Kostenträger mit dem Hinweis auf fehlende Finanzmittel aus der Finanzierung von Werkstattangeboten herausziehen. Das Ergebnis ist, dass in Großbritannien kaum noch werkstattähnliche Angebote existieren…. Schottland stellt hier eine Ausnahme dar, aber auch dort sind vergleichbare geschützte Arbeitsangebote eine Seltenheit.“ (Christian Schadinger).

Von großem Interesse war auch der Besuch von zwei Wohneinrichtungen für Menschen mit Behinderung von „Enable Glasgow“, die viele Parallelen zu den Angeboten in Deutschland aufweisen.

Noris Inklusion Nürnberg mit der schottischen Abgeordneten Pam Duncan-Glancy © noris inklusion

Ein weiteres Highlight

Mit den schönen britischen Großtaxis ging es zum schottischen Parlament nach Edinburgh. Dort wurde die Gruppe von der Abgeordneten Pam Duncan-Glancy begrüßt. Sie ist das erste rollstuhlfahrende Mitglied des schottischen Parlaments und setzt sich in ihrer politischen Arbeit für mehr Barrierefreiheit und Chancengleichheit in der Region Glasgow ein.

Gegenbesuch

Teilnehmende des Austauschs zwischen Noris Inklusion Nürnberg und Fortune Works Glasgow beim Empfang des Oberbürgermeisters von Nürnberg, Bild © noris inklusion
Chormitglied des Gebärdenchors St. Egidien beim Konzert "Musik einmal anders" © Amt für Internationale Beziehungen

Music in a different Way - Begegnung über Grenzen hinweg

Hörende und Nichthörende trafen sich zum filmischen Konzert des Nürnberger Gebärdenchors mit Mitgliedern des Royal Scottish National Orchestra Glasgow, begleitet von deutscher und britischer Gebärdensprache. Anlass war der 250. Geburtstag von Ludwig van Beethoven, der gebührend gefeiert werden sollte.
Eine Kooperation mit dem Nürnberger St. Egidien Gebärdenchor, dem Freundeskreis Nürnberg-Glasgow, dem Royal Scottish National Orchestra und dem Goethe Institut in Glasgow.

Warum ein filmisches Konzert? Die ursprünglich geplante Umsetzung in Präsenz konnte aufgrund der Corona-Pandemie nicht stattfinden. Stattdessen wurde 2022 eine alternative digitale Form gefunden.

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Im Film wurden musikalische Darbietungen des Royal Scottish National Orchestra dem Repertoire des St. Egidien Gebärdenchors gegenübergestellt und gleichzeitig die Übersetzbarkeit von hörbaren Musikstücken durch Gebärdendolmetschen thematisiert.
Der Nürnberger Gebärdenchor zeigte traditionelle und moderne Gebärdenlieder und Gebärdenpoesie zusammen mit informativen Sequenzen über barrierefreie aktive Teilhabe und Mitgestaltungsmöglichkeit von gehörlosen und hörgeschädigten Menschen. Die Musik wurde hochkarätig vom Royal Scottish National Orchestra in Glasgow eingespielt.

Im Anschluss an die Filmvorführung fand ein Austausch mit dem Publikum und Mitgliedern des Nürnberger Gebärdenchors und der Deaf Community in Glasgow statt. Die Veranstaltung wurde in zwei Richtungen in deutscher und britischer Gebärdensprache übersetzt.

In Kooperation

zwischen dem Gebärdenchor der Evang.-Luther. Gebärdensprachlichen Kirchengemeinde St. Egidien, dem Royal Scottish National Orchestra, dem Goethe-Institut in Glasgow, dem Freundeskreis Nürnberg - Glasgow, der Stadt Nürnberg, Internationale Beziehungen und der Stadt Glasgow.

Finanziell unterstützt durch

... den Erlös der Spendenaktion des Burns Supper 2020, aus Fördergeldern der Aktion Mensch und aus Eigenmitteln der Städte Nürnberg und Glasgow.