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Sechsbeinige Eroberer

eine heimische Weichwanze

Eine besonders interessante Entdeckung machten die Wissenschaftler tief unter den Burg-Basteien: Hier wurde der Große Totenkäfer (Blaps mortisaga) gefunden, der versteckt in den dunklen, feuchten Spalten der Kasematten lebt. Das völlig schwarz gefärbte, nachtaktive Tier ernährt sich als Kulturfolger von organischen Abfällen.

Insgesamt 440 Insektenarten wurden von den Insektenkundlern aufgespürt. Besonders artenreich sind die Schmetterlinge mit 130 verschiedenen Arten. Unter den Käfern, Wanzen, Zikaden, Zweiflüglern, Haut- und Netzflüglern, Skorpions- und Eintagsfliegen und anderen Insektengruppen wurde ein gutes Dutzend erfasst, das auf der Roten Liste steht. So gilt der Wimpernhornbock (Exocentrus adspersus) in Bayern als stark gefährdete Käferart.

So vielfältig wie die Insekten sind auch die Lebensräume und ökologischen Nischen, die sie sich inmitten der Stadt erobert haben und je nach Art und Lebensweise besiedeln: von blühenden Kräutern, Gräsern und Hecken bis zu Baumwurzeln, Baumrinden und -kronen, von offenen Sandböden, Sandsteinfelsen und -mauern bis hin zu Kellern und Dachböden. Blühende Felsenbirne, Zierquitte, Flieder oder Kornelkirsche, Disteln, Schwarznesseln und Dost locken Wildbienen an und sind Nahrungsquelle und „Wohnstätte“ für unzählige andere Insektenarten. Allerdings gibt es kaum noch solcherart bunt wuchernden „Wildwuchs“ in den Burggärten. Dass sich die Insektenwelt dort viel häufiger und zahlreicher einfindet als in den intensiv gepflegten Gartenanlagen, überrascht jedoch nicht. Doch nicht nur als Blütenbestäuber sind die Tiere im Naturhaushalt unersetzlich, sondern auch als Nahrung für andere „Burgbewohner“ wie Vögel und Fledermäuse.

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