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Nürnberger Werkstücke zur Stadt- und Landesgeschichte 70

Melanie Bauer: Die Universität Padua und ihre fränkischen Besucher im 15. Jahrhundert. Eine prosopographisch-personengeschichtliche Untersuchung

Herausgegeben von Michael Diefenbacher
in Verbindung mit Werner K. Blessing, Rudolf Endres, Franz Fuchs, Georg Seiderer
Nürnberg 2012, 780 S. mit 24 Abb.

Verkaufspreis: 39 Euro

Die Arbeit widmet sich den fränkischen Studenten und Absolventen, die im 15. Jahrhundert an der renommierten italienischen Universität Padua studierten. In diesem Jahrhundert erlebte die unter venezianischer Herrschaft stehende Hochschule ihre Blütezeit und überflügelte die alte Universität Bologna an Attraktivität. Sie zog nicht nur Studenten von der Apenninhalbinsel an, sondern aus ganz Europa. Darunter waren auch viele Scholaren aus dem deutschsprachigen Raum, die die Fächer Jurisprudenz und Medizin bei bekannten Professoren hören wollten.

Die untersuchten Universitätsbesucher stammten aus den fränkischen Diözesen Bamberg, Würzburg und Eichstätt und zogen meist nach dem Grundstudium der „artes“ an einer Universität im deutschsprachigen Gebiet für den Besuch einer der höheren Fakultäten nach Italien. Als bekannte Absolventen sind der Arzt Hartmann Schedel, der gelehrte Patrizier Willibald Pirckheimer, der Gräzist Johannes Cuno oder der Autor Albrecht von Eyb zu nennen.

Die Studenten stammten größtenteils aus den wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Oberschichten ihrer Region. Von den 128 Studierenden, die im 15. Jahrhundert quellenmäßig in Padua belegt sind, kamen 60 Personen aus der Reichstadt Nürnberg. Nürnberg nahm damals durch ihre Handelsbeziehungen zu Venedig eine herausragende Stellung ein. Neben der geographischen und sozialen Herkunft der Studenten beleuchtet Melanie Bauer ihre Vorbildung und Fachrichtung, den studentischen Alltag, die Wohnsituation, die Kosten und Finanzierung des Studiums und ihr Betätigungsfeld nach dem Studium.

Die Autorin sammelte zu allen 128 Studenten aus Franken biographische Daten, die in Form von Biogrammen in einem Anhang erfasst werden: Herkunft, Geburts- und Sterbedaten, voruniversitäre Ausbildung, Studium, Karriere, Werk und Buchbesitz. Die prosopographisch-personengeschichtliche Studie ist ein wichtiger wissenschaftlicher Beitrag für die Bildungsgeschichte des späten Mittelalters.


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