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Trotz Hitze: So kommen Sie gut durch den Sommer

Eine Frau trinkt bei sommerlichem Wetter aus einer Wasserflasche.

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Vor allem in Großstädten steigt die Belastung durch Hitze aufgrund des Klimawandels. Für viele Menschen sind Hitzewellen eine nicht zu unterschätzende Gefahr, insbesondere für Ältere, Kranke und Kinder. Aber auch Tiere und Pflanzen sind betroffen. Waldbrände können verheerende Schäden anrichten und Lebensräume zerstören. Die nachfolgenden Tipps und Vorsichtsmaßnahmen helfen Ihnen und Ihren Angehörigen dabei, gesund durch die nächste Hitzewelle zu kommen.


Wann spricht man von heißen Tagen und Hitze?

Von heißen Tagen spricht man, wenn die Lufttemperatur über 30 Grad Celsius liegt. Eine Hitzewelle ist eine mehrtägige Wetterperiode mit hohen Temperaturen, hoher Luftfeuchtigkeit und intensiver Sonnenstrahlung.


Trinken und Ernährung

  • Sie sollten ein bis zwei Liter Flüssigkeit mehr trinken als sonst, zum Beispiel Trinkwasser und Mineralwasser, Fruchtsaftschorlen, Früchte- und Kräutertee.
  • Alkohol, Kaffee und Schwarztee sollten Sie allenfalls in geringen Mengen trinken.
  • Trinken Sie keine zu kalten oder zu heißen Getränke.
  • Nehmen Sie am besten leichte Kost und kleinere Portionen zu sich, zum Beispiel wasserreiches Obst, Salate und Gemüse.
  • In der Hitze verliert Ihr Körper Mineralien. Decken Sie den erhöhten Bedarf mit Wasser, Tee oder Vollkornprodukten.

Aufenthalt in Wohnräumen

  • Versuchen Sie, Ihren Körper kühl zu halten. Dazu eignen sich nasse Handtücher, kalte Fußbäder oder kaltes Wasser auf den Innenseiten der Unterarme.
  • Auch lauwarme Duschen oder ein Ventilator im Zimmer können helfen. Achten Sie darauf, dass der Ventilator nicht direkt auf Ihr Gesicht oder Ihren Nacken gerichtet ist.
  • Halten Sie Ihre Wohnung, besonders das Schlafzimmer, möglichst kühl. Lüften Sie ihre Wohnung nur morgens, abends und in der Nacht. Tagsüber hilft es, wenn die Räume verdunkelt sind. Öffnen Sie die Fenster tagsüber nur kurz, wenn Frischluft fehlt.
  • Halten Sie, wenn möglich, Mittagsruhe.
  • Schlafen Sie mit leichter Bettwäsche, wenigen Kissen und nur einem Laken als Decke.
  • Wärmequellen in der Wohnung sollten reduziert werden. Schalten Sie nicht benötigte elektronische Geräte aus und entfernen Sie Teppiche.

Aufenthalt im Freien

  • Halten Sie sich nicht in der prallen Sonne auf und meiden Sie die Mittagssonne von 11 bis 15 Uhr.
  • Suchen Sie, wenn möglich, schattige Plätze auf.
  • Babys und Kleinkinder müssen vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt werden. Tragen Sie bei sich und bei Babys und Kleinkindern Sonnenschutz auf. Für Erwachsene wird Lichtschutzfaktor 30 empfohlen, für Kinder Lichtschutzfaktor 50.
  • Tragen Sie in der Sonne immer eine Kopfbedeckung, eine Sonnenbrille mit UV-Filter und achten Sie auf bequeme und luftige Kleidung, die möglichst sonnendicht ist.
  • Vermeiden Sie an besonders heißen Tagen sehr anstrengende Tätigkeiten und Leistungssport. Betätigen Sie sich nur morgens und abends körperlich und suchen Sie schattige Plätze dafür auf.
  • Trinken Sie während körperlicher Arbeit oder einer Sporteinheit ausreichend Wasser, Tee oder verdünnte Säfte.

Das bringt Abkühlung

Trinkwasserstellen und Refill-Stationen

Im Stadtgebiet gibt es eine Reihe öffentlich zugänglicher Trinkwasserbrunnen und Refill-Stationen, an denen Sie Ihre Trinkflaschen auffüllen können. Nutzen Sie diese bei großer Hitze und sorgen Sie für ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Die Standorte der Brunnen und Stationen finden Sie hier.

Parks und Grünanlagen

Eine kurze Pause in einer Grünanlage oder im Park – gerade in der sommerlichen Hitze sind die grünen Oasen kühle Rückzugsorte. Neben den großen Parks und Grünanlagen gibt es noch viele kleine, meist unbekanntere öffentlich zugängliche Gärten und grüne Plätze und das oft mitten in der Stadt.

Freibäder

In Nürnberg gibt es sechs Freibäder: Vom verschwiegenen Naturbad übers nüchterne Sportbad bis hin zum schrillen Spaßbad reicht die Palette. Die Freibad-Saison dauert bis Mitte September und bietet gerade in der Hitze eine kühle Abwechslung. Kleiner Tipp: Suchen Sie sich ein Platz im Schatten.


Was Sie beim Baden beachten müssen

  • Kühlen Sie sich langsam ab, bevor Sie ins Wasser gehen.
  • Schwimmen Sie nur an Badestellen, die bewacht sind, die Sie kennen und einschätzen können.
  • Achten Sie auf aktuelle Aushänge und Hinweise der Aufsicht.
  • Übernehmen Sie sich nicht und schätzen Sie Ihre Fähigkeiten selbst realistisch ein.
  • Achten Sie auf Badende in Ihrer Umgebung. Bieten Sie in Notfällen Hilfe an oder holen Sie Unterstützung.

Umweltdaten und Wetterwarnungen

Zur kontinuierlichen Überwachung der Qualität der Außenluft betreibt die Stadt drei Luftmessstationen im Stadtgebiet. Die aktuellen Ozon-Messwerte können auch telefonisch unter der Rufnummer 09 11 / 2 31-20 50 abgerufen werden. Auch der Deutsche Wetterdienst (DWD) überwacht die Wetterlagen und warnt vor Hitzewellen.


Achten Sie auf Ihre Mitmenschen

  • Kontaktieren Sie ältere und hilfsbedürftige Mitmenschen regelmäßig – gerade wenn diese alleine leben.
  • Lassen Sie Kinder und Haustiere nicht alleine im Auto zurück – auch nicht für kurze Zeit!

Wer ist besonders gefährdet?

Hitzeperioden und starke Temperaturschwankungen innerhalb kurzer Zeit belasten vor allem das Herz-Kreislaufsystem. Ältere und kranke Menschen, Säuglinge und Kleinkinder, Pflegebedürftige, Schwangere, übergewichtige oder geschwächte Personen, Menschen mit Demenz, Drogen- und Alkoholkonsumenten sowie einzelne Berufsgruppen gelten als besonders gefährdet.

Flüssigkeitsmangel erkennen Sie an folgenden Symptomen:

Kopfschmerzen, stark gerötetes, erhitztes Gesicht, Kreislaufbeschwerden, Übelkeit, Erschöpfungs- oder Schwächegefühl, Muskel- und Bauchkrämpfe, Verwirrtheit, trockene Haut und trockene Schleimhäute, Verstopfung, konzentrierter Urin, erhöhte Körpertemperatur, Unruhegefühl


Was tun bei Sonnenbrand, Sonnenstich und Hitzschlag?

Sonnenbrände, aber auch Sonnenstiche und Hitzschläge treten bei großer Hitze und längerer Sonneneinstrahlung auf. Sie sind gesundheitsgefährdend, weshalb sofort reagiert werden muss.

Sonnenbrand

Bei starkem Sonnenbrand helfen Umschläge mit kühlen Tüchern. Suchen Sie Schatten auf und trinken Sie genug. Suchen Sie bitte einen Arzt auf, wenn die Haut stark gerötet ist und und Bläschen bildet. Auch bei Schüttelfrost sollten Sie zum Arzt gehen.

Sonnenstich

Einen Sonnenstich erkennen Sie daran, dass Ihnen übel ist, Sie an Schwindel leiden, Kopfschmerzen und ein rotes Gesicht haben und allgemein geschwächt sind. Bringen Sie sich oder den betroffenen Menschen an einen kühlen Ort, versorgen Sie ihn mit Getränken und lagern Sie den Oberkörper leicht erhöht. Ideal ist es, wenn der Kopf zusätzlich gekühlt und die Kleidung gelockert wird.

Sollte sich der Zustand verschlechtern, ist es ratsam, die Person hinzulegen und die Beine höher zu lagern. Verständigen Sie bitte den Rettungsdienst, falls sich der Zustand verschlechtert (Bewusstlosigkeit, trockene und heiße Haut, Erbrechen).

Hitzschlag

Hitzschläge sind besonders gefährlich und können lebensbedrohlich sein. Einen Hitzschlag erkennen Sie an vermindertem Schweiß, trockener und heißer Haut, schnellem Puls, Erbrechen und Bewusstseinsstörungen. Alarmieren Sie zuerst einen Rettungsdienst und kühlen Sie dann die Person. Gegebenenfalls müssen Sie die Person reanimieren.


Medikamente

  • Wenn Sie Medikamente einnehmen müssen, sollten Sie am besten schon vorsorglich mit ihrem Hausarzt besprechen, wie Sie sich bei großer Hitze verhalten sollen.
  • Es gibt Medikamente, die die Mechanismen des Körpers in Bezug auf Hitze beeinflussen können.

Haustiere

Vergessen Sie nicht, dass Ihre Haustiere ebenfalls unter der Hitze leiden. Beachten Sie ein paar einfache Dinge, um Ihrem Haustier die Situation zu erleichtern:

  • Stellen Sie für Ihr Haustier ausreichend Trinkwasser bereit.
  • Lassen Sie Ihr Haustier keinesfalls alleine im Fahrzeug zurück.
  • Für viele Vögel sind Badestellen nützlich. Das Wasser sollte häufig gewechselt werden.
  • Auch für Fische ist Hitze gefährlich. Kontrollieren Sie die Temperatur des Wassers im Aquarium und füllen Sie vorsichtig kaltes Wasser nach.
  • Vierbeiner benötigen kühle Rückzugsorte, um Hitzewellen unbeschadet zu überstehen.
  • Mit Hunden sollten Sie am Morgen oder Abend den großen Gassispaziergang unternehmen. Auch Bademöglichkeiten sind willkommen.

Waldbrandgefahr

  • Achten Sie darauf, dass Sie bei einem Aufenthalt im Wald kein Feuer verursachen. Da die Böden, das Geäst und die Bäume trocken sind, können sich Waldbrände schnell ausbreiten.
  • Rauchen Sie nicht in Wäldern. Zigarettenglut und weggeworfene Zigaretten können verheerende Folgen haben.
  • Im Wald sind Grill- und Lagerfeuer verboten.
  • Stellen Sie Ihr Fahrzeug ausschließlich auf gekennzeichneten und befestigten Straßen außerhalb des Waldes ab.
  • Rufen Sie sofort den Notruf 112, falls Sie einen Waldbrand entdeckt haben.

Extreme Brandgefahr: Grablichter auf städtischen Friedhöfen untersagt

Durch die anhaltende Trockenheit besteht auf den Grasflächen der Friedhöfe und vor allem in den Kiefernbeständen, die es insbesondere am Südfriedhof und in Reichelsdorf gibt, eine akute Brandgefahr. Deshalb ist es extrem gefährlich, Grablichter mit offener Flamme aufzustellen.

Friedhofsbesucher, die Wachs- oder Ölkerzen in roten oder farblosen Plastikbehältern aufstellen und entzünden, schaffen dadurch eine Gefahrenquelle. Der extremen Sonneneinstrahlung und Hitze ausgesetzt, können die nicht sehr standfesten Grablichter weich werden, einknicken, auslaufen oder durch äußere Einwirkung wie durch Tiere oder Windböen umfallen und leicht entzündbares Material wie trockenes Gras oder Kiefernnadeln in Brand setzen. Schnell kann sich ein Brand entwickeln, der den Baumbestand angreift und zu großen Schäden führt. An Urnenwänden entstehen durch auslaufendes Öl oder Wachs zudem schwer zu beseitigende Verunreinigungen.

Die Friedhofsverwaltung hat deshalb im Interesse der Sicherheit und Ordnung ab sofort untersagt, dass Grablichter mit offener Flamme auf den städtischen Friedhöfen aufgestellt werden dürfen. Werden solche Grablichter gefunden, werden diese entfernt.


Hitzeaktionsplan der Stadt Nürnberg

Der Umweltausschuss des Stadtrates hat zur Gesundheitsvorsorge einen Hitzeaktionsplan beschlossen. Er bündelt vorhandene Maßnahmen der Stadtverwaltung und Gesellschaft und baut diese strategisch aus. Der Hitzeaktionsplan setzt sich aus Akut- und Präventivmaßnahmen zusammen. Dazu gehören Pläne der Trinkwasserbrunnen und ein Stadtplan mit kühlen Orten. Auch Frischluftschneisen, versickerungsfähige Bodenbeläge, Grünanlagen, Gebäudebegrünungen oder die Pflanzung von zusätzlichen Straßenbäumen sollen das Klima in der Stadt verbessern.


Baumwässerung bei Hitze

Die Sommer in Franken und Nürnberg sind zunehmend heiß und trocken. Die Stadt setzt bereits ein neues Wässerkonzept um. Es umfasst circa 5.000 Bäume im gesamten Stadtgebiet, die von zwei externen Firmen gewässert werden. Zusätzlich werden die Bäume innerhalb des mittleren Rings im Drei-Schichtbetrieb von SÖR gewässert.


Ihre Unterstützung für Bäume am Straßenrand

Christian Vogel, Bürgermeister und Erster Werkleiter des Servicebetriebs Öffentlicher Raum Nürnberg (Sör), bittet bei diesen Temperaturen auch um die Unterstützung der Bürger für die Natur. Bäume in Ihren Straßen dürfen Sie gerne täglich mit zwei bis drei Eimern Wasser versorgen.


Die Nürnberger Sandböden haben eine schlechte Wasserspeicherkapazität, sodass die Böden schnell austrocknen. Dazu kommt: Stauden und Bäume vertrocknen nicht nur aufgrund von zu wenig Wassergabe, ein weiterer Faktor ist Wind. Dieser trocknet den Boden an der Oberfläche zusätzlich aus, das ist dieses Jahr besonders der Fall. Dazu kommt eine starke Sonneneinstrahlung, die dafür sorgt, dass die Blätter sozusagen Sonnenbrand bekommen – sie vertrocknen trotz Wässerung.


Förderprogramme zur Begrünung in Nürnberg

Die Begrünung von Hof-, Fassaden- und Dachflächen sowie Vorgärten leistet einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung des Stadtklimas. Es ist zudem wichtig, dass sich die Stadt an die Folgen des Klimawandels anpasst und für Pflanzen und Tieren zusätzlichen Lebensraum schafft. Dadurch soll die Lebens- und Aufenthaltsqualität deutlich verbessert. Aus diesen Gründen fördert die Stadt die Begrünung von privaten Hof-, Fassaden- und Dachflächen.


Klimaveränderung und Klimaschutz

Das Klima ändert sich – auch in Nürnberg. In den letzten hundert Jahren ist die Jahresdurchschnittstemperatur in Nürnberg um ca. 1,5°C gestiegen. Insbesondere seit den 1990er Jahren ist der Trend zur zunehmenden Erwärmung deutlich. Das Jahr 2018 war das bislang wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in Nürnberg.


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