Die Stadt Nürnberg stattet Aufzüge in öffentlichen Gebäuden mit speziellen Notrufsystemen für Menschen mit Hörbehinderung aus. Das erste System wurde im Heilig-Geist-Haus in Betrieb genommen, der zweite Aufzug ist im Rathaus Wolffscher Bau ausgestattet. Beide Projekte haben bundesweiten Pilotcharakter. Ziel ist es, Barrieren abzubauen und die Sicherheit in Aufzügen für alle zu erhöhen.
So funktionieren die Notrufsysteme
Die Aufzüge sind mit einem Display ausgestattet, über das im Notfall eine Leitstelle kontaktiert wird. Die Leitstelle stellt Fragen, die mit „Ja“ oder „Nein“ beantwortet werden können. Auf diese Weise können Menschen mit Hörbehinderung nicht nur Hilfe anfordern, sondern auch relevante Informationen zu ihrer Situation übermitteln. Die Systeme liefern zudem wichtige Erkenntnisse für die Weiterentwicklung solcher Lösungen.
Die konkrete Umsetzung der Idee geht auf die Nürnberger Inklusionskonferenz im März 2023 zurück und wurde mit Unterstützung der Firma Schmitt + Sohn aus Nürnberg umgesetzt. Bereits 2017 hatte es erste Gespräche zur technischen Umsetzung gegeben. Die Notrufsysteme sind Teil des Nürnberger Aktionsplans zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention, mit dem Ziel, die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit und ohne Behinderung zu fördern.
Weitere Aufzüge werden ausgestattet
Die Stadt plant, nach und nach weitere Aufzüge in öffentlichen Gebäuden mit den Notrufsystemen auszustatten. Die gewonnenen Erfahrungen aus den Pilotprojekten sollen helfen, die Systeme kontinuierlich zu verbessern und die Nutzung für Menschen mit Hörbehinderung noch sicherer zu machen.

