Langwasser Wand-Fassade mit Graffiti

Amt für Kultur und Freizeit KUF

Audiowalk-Projekt Nachbarschaftsgeschichten

Ausgangspunkt des Projekts war der große Wunsch aus der Nachbarschaft nach mehr Austausch und Identifikation mit dem eigenen Stadtteil. Viele Zu- und Wegzüge, unterschiedliche kulturelle Hintergründe und zu wenige öffentliche Orte erschweren Begegnung und Austausch.

Im Mittelpunkt stand ein mehrmonatiger Arbeitsprozess, an dem sechs Teilnehmende regelmäßig mitwirkten. In mehreren Workshops setzten sie sich intensiv mit ihrem Stadtteil auseinander. Gemeinsam wurden Orte ausgewählt, die für die Teilnehmenden eine persönliche oder gesellschaftliche Bedeutung haben: Wiesenstraße, Analogtreff, Aufseßplatz, Humboldplatz und -straße, Kopernikusplatz, Casablanca, Galerie Petra Krischke, Schloßgrill. Diese Orte wurden besucht, Geschichten gesammelt, Erinnerungen ausgetauscht und Bezüge zur Gegenwart hergestellt. Aus diesem Material entwickelten die Teilnehmenden die einzelnen Stationen des Audiowalks.

Die Teilnehmenden arbeiteten in der Gruppe sowie eigenständig an den Inhalten ihrer Beiträge. Sie verfassten Texte, führten Audioaufnahmen durch, wählten Musik und Klänge aus und lernten grundlegende Techniken der Audiobearbeitung kennen. Mit Unterstützung der Projektleitung wurden die Beiträge dramaturgisch verbunden und technisch umgesetzt. Neben den gesprochenen Geschichten entstanden Klanglandschaften, die die jeweiligen Orte atmosphärisch verdichten.

Über den festen Workshopkreis hinaus wurden weitere Menschen aus der Nachbarschaft aktiv in das Projekt einbezogen. Insgesamt 16 Personen – darunter Ladenbesitzende, lokale Künstler*innen sowie Nutzer*innen der ausgewählten Orte – erzählten ihre Geschichten oder gaben Interviews, die in den Audiowalk einflossen. Dadurch entstand ein vielfältiges Bild der Südstadt aus unterschiedlichen Perspektiven und Lebensrealitäten.

Mehrere Menschen mit Kopfhörer stehen in einem Laden, Bild © Oleksandra Shyshlakova

Der fertige Audiowalk wurde an drei Terminen öffentlich präsentiert. Die Resonanz war durchweg sehr positiv. Besonders hervorgehoben wurden die persönliche Perspektive auf den Stadtteil und die gelungene Verbindung von Kunst und Alltagsleben. So schrieb eine Besucherin: „Wir wollten uns nur noch einmal ganz offiziell für den tollen Audiowalk bedanken! Wir waren begeistert von dem originellen Konzept und der perfekten Durchführung und haben viele neue Ecken in der Südstadt entdeckt.“ Eine weitere Rückmeldung fasste das Projekt als „eine Liebeserklärung an die Südstadt“ zusammen.

Bunte Collage im Pop-Art-Stil: Eine gepunktete Weglinie führt quer durchs Bild zu einem Straßenschild „Melanchtonplatz“. Entlang des Weges sind verschiedene Motive verteilt – durchgestrichenes Popcorn, eine Person mit Kiste Gemüse (auf dem Kopf stehend), ein Comic-Sprechblasen-Text „Vamos a la playa…“, ein Mensch mit Tonbandgerät vor dem Gesicht, ein krächzender Rabe mit „Krah-krah!“, ein Stuhl, Zahnräder und weitere grafische Elemente in Pastellfarben. © wasser

"Über Leben in der Südstadt"

Ein Audiowalk durch die Südstadt – und mitten hinein ins Leben. Zwischen Altbau und Brache, Hinterhof und Straßenschlucht kommen Stimmen zu Wort, die man sonst überhört. Nachbar*innen erzählen von Lieblingsorten und Leerstellen, von Routinen, Umwegen und dem, was einen so durch den Tag trägt.

Die Aufführungen des Audiowalks fanden im Sommer 2026 statt. Weitere Aufführungen sind erstmal nicht geplant.

Beautiful woman listening music with headphone outdoor in the city © Marco Piunti / iStock

Teilnehmende gesucht!

Findest du nicht auch, dass die Südstadt viel besser ist als ihr Ruf? Willst du das auch anderen zeigen? Und dabei neue Leute kennenlernen?

Dann mach bei unserem Projekt mit! Besondere Kenntnisse und Kompetenzen musst du nicht haben. Nur Lust und Zeit am Mittwochabend ab Januar 2026. Als Ergebnis entsteht ein Audio-Walk – ein interaktiver Hörspiel-Spaziergang – der im Sommer 2026 vom breiten Publikum kostenlos erlebt werden kann.

In diesem Projekt lernst du

  • Künstlerische Recherche im öffentlichen Raum durchzuführen
  • Geräusche und Interviews aufzunehmen (in Zusammenarbeit mit Radio Z)
  • Gelungenes Storytelling
  • Tonschnitt und Mischung

Das Projekt ist für Dich, wenn Du beispielsweise

  • im Galgenhof/Steinbühl wohnst und Anderen deine Lieblingsecke im Stadtteil zeigen möchtest
  • schon immer einen Podcast / ein Hörspiel / einen Audiowalk machen wolltest und das Werkzeug dafür brauchst
  • „irgendwas mit Medien“ studierst und Erfahrungen sammeln möchtest
  • kunst- und medieninteressiert bist und etwas Neues ausprobieren möchtest

Das erste Treffen findet statt

am Mittwoch, 21. Januar 2026 um 18 Uhr
im Analog-Treff, Wiesenstraße 57 in Nürnberg.

Für Getränke und Snacks ist gesorgt.

Fragen und Anmeldung:

  • Logo Kulturfonds