Vorwort zur Geschichtausstellung „Ein Dorf und sein Schloss: Menschen aus Almoshof erzählen" aus dem Jahr 2022
Die Idee, sich der Geschichte von Schloss Almoshof anzunehmen und eine Ausstellung hierzu zu gestalten, bestand bereits seit einigen Jahren. Dass diese rechercheintensive Arbeit nun tatsächlich verwirklicht werden konnte, ist vor allen Dingen der Pandemie zu verdanken. Für den Kulturladen bedeuteten die Einschränkungen, dass wir unserer regulären Veranstaltungsarbeit im Kulturladen nicht mehr nachgehen konnten. Konzerte wurden abgesagt, Ausstellungen konnten nicht mehr eröffnet werden und auch mit der alljährlichen Tradition, einen eigenen kleinen Weihnachtsmarkt zu veranstalten, wurde gebrochen. Das war sehr bedauerlich, eröffnete jedoch zugleich unerwartete zeitliche Freiräume – und mit ihnen diese Ausstellung.
Erste Recherchen im Stadtarchiv Nürnberg offenbarten, dass es sich mehr als lohnenswert erweisen könnte, sich mit der Geschichte des Dorfes Almoshof und des dort gelegenen ehemaligen Patrizierschlosses auseinanderzusetzen. Die überlieferten Dokumente erzählen spannende, bislang unbekannte Geschichten. Durch die große Kooperationsbereitschaft des Stadtarchivs, uns zahlreiche Dokumente und Bildwerke zu digitalisieren, ging es zügig voran.
Letzten Endes entscheidend war jedoch der Kontakt zu Zeitzeuginnen und Zeitzeugen. Die aufgezeichneten Gespräche mit ihnen sind der zentrale Ankerpunkt der Ausstellung. Ehemalige Bewohnende, Besuchende und Weggefährten, Nachbarinnen und Nachbarn berichteten uns erst mit Aufnahmegerät, später vor der Kamera ihre Verbindung mit diesem Ort. Sie erzählen von vergangenen Zeiten im Schloss und im Dorf. Ihre Geschichten sind meist anekdotisch, oft humorvoll, aber auch wehmütig und dokumentieren ein Stück Zeitgeschichte im Knoblauchsland.
Aus Datenschutz Gründen können wir die Filme mit den ZeitzeugInnen nicht im Internet veröffentlichen, aber stellen Bilder und Dokumente der umfangreichen Ausstellung zur Verfügung.
Die Ausstellung fokussiert den Zeitraum zwischen dem Verkauf des Schlosses im Jahr 1941 an die Stadt Nürnberg und heute. Notgedrungen mussten dabei viele Aspekte, insbesondere die jahrhundertelange Vorgeschichte des Patrizierschlosses im Besitz der Familie Holzschuher, ausgeblendet werden. Die Ausstellung liefert deshalb Schlaglichter, Anekdoten, Dorfgeschichten und erhebt keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit.
Barbara Koch und das Team im Kulturladen Schloss Almoshof
Oktober 2022






















