Die Stadt und der Verlag Nürnberger Presse wollen das frühere „Gauhaus“, später Verlagssitz in der Marienstraße 11, zu einem Ort für Demokratie- und Medienbildung machen. Am 25. Februar 2026 gab der Stadtrat den Auftrag: Die Verwaltung soll in einem partizipativen Prozess ein Konzept für einen Lern- und Bildungsort mit den Schwerpunkten Pressefreiheit, Medienkompetenz und Demokratiebildung erarbeiten.
Der Prozess setzt auf einen klaren Methodenmix. Die Zivilgesellschaft soll eingebunden werden. Im Prozess sollen zudem vorhandene Strukturen und Perspektiven untersucht werden. Eine öffentliche Tagung holt Fachleute aus dem In- und Ausland an einen Tisch. Die Kosten für die Konzepterarbeitung liegen bei 67.000 Euro. 30.000 Euro übernimmt der Verlag Nürnberger Presse. Ende 2027 soll das fertige Konzept im Stadtrat vorgestellt werden.
Zur Geschichte des Hauses
Im Jahr 1934 hatte die Stadt Nürnberg das Grundstück an der Marienstraße zu einem niedrigen Preis der jüdischen Eigentümerfamilie Tuchmann abgekauft und am 12. Februar 1935 NSDAP-Gauleiter Julius Streicher anlässlich seines 50. Geburtstags geschenkt. Mit Franz Ruff wurde der Architekt der Kongresshalle auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände mit dem Bau einer neuen Parteizentrale beauftragt, die im März 1937 fertiggestellt war.
Nach Kriegsende 1945 ging das Gebäude in die Verwaltung der US-Militärregierung über, die es dem Verleger und Gründer der „Nürnberger Nachrichten“, Joseph E. Drexel, zur Nutzung übergab. Im April 1949 erwarb Drexels Verlag Nürnberger Presse das Gebäude, wobei ein Teil der Kaufsumme zur Entschädigung an die jüdischen Vorbesitzer weitergeleitet wurde. Seither nutzte der Verlag Nürnberger Presse das Haus als Hauptsitz, ehe dieser im Frühjahr 2025 neue Räumlichkeiten bezog.

