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Nürnberg bekommt ein Zirkuläres Kaufhaus

Second Hand Möbel in einem Laden, Bild © Iakov Filimonov / AdobeStock

In der Nürnberger Innenstadt entsteht ein neuer Ort für nachhaltigen Konsum. Das Zirkuläre Kaufhaus macht Wiederverwendung, Reparatur und Leihen alltagstauglich. Die Eröffnung ist für 2027 geplant.

Das Angebot ist breit: Gebrauchtwaren, Upcycling Produkte und Verleihservices. Hinzu kommen ein Repair-Café und Beratungen, etwa durch ein geplantes Klima- und Energieberatungszentrum. Ziel ist, nachhaltiges Handeln konkret erfahrbar zu machen.

Weniger Abfall, mehr Nutzen

Das Projekt unterstützt zentrale Ziele der Stadt. Wer repariert, wiederverwendet oder upcycelt, vermeidet Abfall – vor allem Sperrmüll – und senkt den Ausstoß von Treibhausgasen. Erfahrungen aus anderen Städten zeigen: Solche Einrichtungen sparen jährlich erhebliche Mengen an Material und CO₂ ein.

Gleichzeitig stärkt das Kaufhaus die Stadt. Längere Produktnutzung stabilisiert regionale Stoffkreisläufe und verringert die Abhängigkeit von globalen Lieferketten. Mit dem Mix aus Handel, Bildung und Begegnung belebt es die Innenstadt und schafft neue Aufenthaltsqualität.

Start, Betrieb und Finanzierung

Geplant ist ein Einstieg auf 300 bis 500 Quadratmetern in der Innenstadt. Den Betrieb übernimmt der Abfallwirtschaftsbetrieb der Stadt (ASN) gemeinsam mit dem Bayerischen Roten Kreuz (BRK). Das BRK bringt Erfahrung aus Wertstoffhöfen und einem eigenen Gebrauchtwarenkaufhaus mit – von der Annahme bis zur Qualitätsprüfung.

Die Kooperation nutzt bestehende Strukturen, vermeidet Doppelangebote und ermöglicht einen risikoarmen Start. Das Kaufhaus wird über den Gebührenhaushalt des ASN finanziert – als Maßnahme zur Abfallvermeidung. Damit ist der Betrieb langfristig gesichert. Nun starten Flächenverhandlungen, Personalaufbau und die Vorbereitung der Betriebsstrukturen.

Gemeinsam entwickelt, klar verankert

Das Konzept entstand mit der lokalen Re-Use- und Upcycling-Szene. In Workshops wurden Bedarfe, Kooperationen und Beteiligungsformen erarbeitet. Ergebnis: Das Kaufhaus ergänzt bestehende Angebote, macht Akteure sichtbarer und schließt eine Lücke ohne Konkurrenz zu schaffen.

Zugleich setzt die Stadt damit einen Baustein ihres Konzepts „Nürnberg zirkulär“ um, das der Stadtrat 2024 beschlossen hat. Es bündelt Maßnahmen zur Abfallvermeidung und Ressourcenschonung – und zeigt, wie Kommunen konkrete Lösungen schaffen können.

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