Unter dem Motto „Black Noris 2026“ hat die Stadt Nürnberg am Samstag, 25. April 2026, einen Katastrophenfall geübt. Eine Übung dieser Art findet alle sechs Jahre statt. Ab 8 Uhr waren rund 950 Einsatzkräfte und Beteiligte von Behörden und Blaulichtorganisationen in die Übung eingebunden.
Die Stadt hat 41 der 43 Notfall-Infopunkte (Katastrophenschutz-Leuchttürme) geöffnet. Dort trafen Mimen ein, die Hilfe suchten oder verletzt waren.
Bei der Übung wurden drei der neun Rathaus-Notstellen (Verwaltungsanlaufstellen) sowie ein Verwaltungs-Hauptquartier in Betrieb genommen. Im Rahmen der Übung waren zudem zwei Betreuungsstellen geöffnet.
Gleichzeitig testeten weitere städtische Dienststellen und Eigenbetriebe ihr Vorgehen im Krisenfall, darunter der Servicebetrieb Öffentlicher Raum, die Friedhofsverwaltung, die Stadtentwässerung und das Standesamt.
Szenario: Flächendeckender Stromausfall
Eine bundesweite Energiemangellage führte im Szenario zu Netzschwankungen. Versuche, das Netz zu stabilisieren, brachten nicht den gewünschten Erfolg. Letztendlich brach das Stromnetz zusammen, es kam zu einem Blackout. Die Konsequenzen: Das Licht ging nicht mehr, Telefone blieben stumm, Haushaltsgeräte wie Kühlschrank oder Herd funktionierten nicht, Geldautomaten oder auch Tankstellen waren außer Betrieb.
Ereignisse wie zuletzt in Berlin im Januar 2026 zeigen, wie relevant dieses Szenario ist. Während der Übung wurde der Strom im Stadtgebiet jedoch nicht tatsächlich abgestellt. Die Feuerwehr Nürnberg als untere Katastrophenschutzbehörde war mehr als ein Jahr mit der Vorbereitung, Organisation und Durchführung dieser Katastrophenschutz-Vollübung beschäftigt.
Teilnehmende Organisationen und Behörden waren:
- Stadtverwaltung
- Blaulichtorganisationen
- Krankenhäuser
- Leitstellen
- Netzbetreiber
- Betriebe
- Firmen
- Führungsstäbe
So funktionieren Notfall-Infopunkte
Ein Schwerpunkt der Übung war die Notstromversorgung der Notfall-Infopunkte, der Betreuungsstellen und der Rathaus-Notstellen. Mithilfe von Aggregaten soll deren Betrieb im Ernstfall über mehrere Stunden hinweg gesichert werden. Damit stellte die Übung zugleich einen realistischen Belastungstest für Technik und Abläufe dar, denn bei einem großflächigen Stromausfall sind Licht und Ersatzenergie von entscheidender Bedeutung.
Darüber hinaus waren ein Konzept zur Treibstoffversorgung, die Einbindung von Kliniken und Krankenhäusern sowie die Notstromversorgung kritischer Infrastrukturen und Tankstellen vorgesehen. Südklinikum vom Netz
Ein besonderes Augenmerk galt dem Südklinikum. Als einziges Krankenhaus der Stadt wurde für einige Stunden tatsächlich der Strom abgestellt und die Notstromversorgung in Betrieb genommen. Der Blackout-Test umfasste alle Gebäude des Campus in Nürnberg-Langwasser mit insgesamt rund 1.000 Patientenbetten. Das Klinikum unterbrach für 2 Stunden und 20 Minuten seine reguläre Stromversorgung. Für diese Zeit lief die Versorgung über die Notstromaggregate, die einen Teil des Strombedarfs abdecken. Die medizinische Versorgung blieb durchgehend gesichert; in der Notfallversorgung war das Klinikum nicht abgemeldet. Die Patienten waren im Vorfeld informiert worden.
In folgenden Anlaufstellen wurde während der Übung trainiert:
Während der Übung waren 41 der 43 Notfall-Infopunkte (Katastrophenschutz-Leuchttürme), die übers gesamte Stadtgebiet verteilt sind, in Betrieb. Notfall-Infopunkte werden unter anderem von Blaulichtorganisationen an ihren Standorten betrieben und sichern im Ernstfall den Ausfall des Notrufsystems ab und dienen als zentrale Anlaufstellen für die Bevölkerung. Ergänzend sind fünf kirchliche Gemeindehäuser eingebunden.
Alle Standorte sind über eine interaktive Karte abrufbar. Dort lässt sich auch der nächstgelegene Notfall-Infopunkt finden und der entsprechende Kartenausschnitt kann vorsorglich ausgedruckt werden.
Mit neun Rathaus-Notstellen, auch Verwaltungsanlaufstellen genannt, sorgt die Stadtverwaltung dafür, dass auch bei einem großflächigen Stromausfall grundlegende Verwaltungsleistungen verfügbar bleiben. Dort können Bürgerinnen und Bürger im Ernstfall folgende Anliegen klären:
- Nottrauungen
- Beurkundungen
- Meldungen von Todesfällen
- dringende Fragen zum Kinderschutz
Bei der Übung wurden drei der Verwaltungsanlaufstellen sowie ein Verwaltungs-Hauptquartier in Betrieb genommen. Gleichzeitig testeten weitere städtische Dienststellen und Eigenbetriebe ihr Vorgehen – darunter der Servicebetrieb Öffentlicher Raum, die Friedhofsverwaltung, die Stadtentwässerung und das Standesamt.
In den sechs Betreuungsstellen erhalten Menschen mehr als nur Hilfe: Sie bekommen Informationen und Orientierung und können sich darauf verlassen, dass sich im Ernstfall jemand um sie kümmert. An jeder Stelle stehen Teams der Krisenintervention bereit, die für die Bürgerinnen und Bürger da sein werden.
Für die Übung wurden zwei dieser Betreuungsstellen in Betrieb genommen. Eine davon befand sich in der Ankunftshalle des Flughafens Nürnberg. Von 9.30 bis 12.30 Uhr wurde ein Teil der Halle abgesperrt und von der Flughafenfeuerwehr genutzt – ausschließlich zu Übungszwecken. Der Flugbetrieb lief normal weiter.
Wichtig zu wissen: Wo befindet sich Ihr Notfall-Infopunkt?
Informieren Sie sich, wo sich der nächste Notfall-Infopunkt befindet. Bei einem Blackout erhalten Sie nur dort Hilfe und Informationen. Drucken Sie am besten gleich die Karte mit dem Standort aus und bewahren Sie sie für den Notfall sicher auf.
Kommunikation im Krisenfall
Ohne funktionierende Kommunikation geht im Krisenfall nichts – weder in der Übung, noch im Ernstfall. Deshalb müssen alle wichtigen Stellen miteinander verbunden sein: die Führungsgruppe Katastrophenschutz, die örtliche Einsatzleitung, die Führungsstäbe der Krankenhäuser, die integrierte Leitstelle und die Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Mittelfranken. Auch das Versorgungsunternehmen N-ERGIE gehört dazu.
Und weil Technik ausfallen kann, braucht es einen Plan B – besser noch mehrere. Getestet werden ein Notfalltelefonsystem, Digitalfunk und einfache Lösungen wie Boten per Fahrrad oder Kurier. Denn am Ende gilt: Nur wenn Informationen sicher ankommen, kann der Einsatz klug geführt werden.
Einsatz von Mimen
Eine besondere Herausforderung der Übung: Rund 150 Mimen spielten Bürgerinnen und Bürger mit ganz unterschiedlichen Anliegen. Sie sorgten für realistische Situationen und stellten die Einsatzkräfte vor Aufgaben wie im echten Leben.
Von der Übung verspricht sich die Stadt wichtige Erfahrungen im Hinblick auf die Weiterentwicklung der Nürnberger Stromausfallplanung. Die Erkenntnisse werden im Anschluss ausgewertet und in die bestehenden Konzepte einfließen.
Allgemeine Informationen und Hilfe im Notfall
Sorgen Sie jetzt vor
Sie müssen während eines großflächigen, länger andauernden Stromausfalls dazu in der Lage sein, sich mehrere Tage lang selbst zu helfen. Eine gute Notfallvorsorge schützt Sie und Ihre Familie. Fangen Sie deshalb jetzt damit an.
Informationen in Leichter Sprache
Weitere Informationen zur Katastrophen·schutz-Übung am 25. April 2026 in Nürnberg.





















