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Frankenschnellwegbrücke bis zum Abbruch gesperrt

Die Frankenschnellwegbrücke bleibt bis zu ihrem Abbruch vollständig gesperrt., Bild © Moritz Utili, Studio Höhn / Stadt Nürnberg

Nach einer Prüfung hat die Stadt die Frankenschnellwegbrücke über den Main-Donau-Kanal und die Südwesttangente gesperrt. Nun liegt das endgültige Prüfergebnis vor: Die Brücke kann nicht mehr befahren werden. Aus Gründen der Verkehrssicherheit muss sie bis zu ihrem Abbruch gesperrt bleiben. Die Strecke wird erst wieder freigegeben, wenn ein Teil der neuen Brücke im August 2027 steht.

Verkehrsteilnehmer auf dem Frankenschnellweg können die Sperrung über die Anschlussstelle Nürnberg-Hafen-Ost umfahren. Die Stadt entwickelt derzeit ein Konzept, um den Verkehr rund um die Hafenbrücken zu entlasten.

Deutliche Verschärfung des Schadensbilds

Im Vergleich zur letzten Prüfung im August 2025 wurden neue Schäden festgestellt. In der Feldmitte unter den Plattenbalken haben Kiesnester und Hohlstellen deutlich zugenommen. Teile der Hüllrohre der Spannglieder liegen frei oder sind ohne Verbund. Zudem fehlt stellenweise der Kontakt zwischen Spannstahl und Beton. Mehrere Betonabschnitte lassen sich durch Abklopfen sehr leicht lösen. Darüber hinaus zeigt die Feldmitte einen Durchhang mit deutlich sichtbarer Absenkung.

Auch an den Stützen traten neue Schäden auf: Im unteren Bereich der Platte zeigen sich Querrisse, die auf eine Durchbiegung hinweisen. Ein Riss im Fahrbahnbelag quer zur Fahrtrichtung setzt sich nach Abtrag von Asphalt und Abdichtung auch in der Betonplatte fort.

Sicherheit hat oberste Priorität

Innerhalb der vergangenen sechs Monate haben die Schäden stark zugenommen, der Schädigungsverlauf hat sich deutlich beschleunigt. Das Prüfergebnis ist eindeutig: Die Brücke ist unter Verkehr nicht mehr standsicher. Eine sofortige Sperrung war daher notwendig. Die Kanalschifffahrt und der Verkehr auf der Südwesttangente sind nicht betroffen. Der Riss an den Stützen bestätigt die bereits 2012 prognostizierte Schadensentwicklung.

Die Frankenschnellwegbrücke ist Teil der Hafenbrücken aus den 1970er-Jahren, die aufgrund ihres Alters und Zustands schrittweise durch Neubauten ersetzt werden. Der Neubau der Brücke läuft seit Ende 2024. Der Abbruch des nördlichen Brückenteils wurde im Sommer 2025 abgeschlossen. Die Fertigstellung dieses ersten Brückenteils ist für August 2027 geplant, danach kann er für den Verkehr freigegeben werden. Anschließend wird die zweite Brückenhälfte abgebrochen und neu gebaut.

Am bestehenden Bauwerk sind weitere Untersuchungen geplant. Ein Monitoringsystem soll mögliche Veränderungen unter Eigenlast überwachen. Ziel ist, den Verkehr unter der Brücke – auf dem Main-Donau-Kanal und der Südwesttangente – weiter aufrechtzuerhalten. Der enge Prüf- und Kontrollrhythmus für das Bauwerk bleibt bestehen.

Die Stadt untersucht die Verkehrslage, vor allem zu den Stoßzeiten am Morgen und Abend. Die Beschilderung wird angepasst. Geprüft wird, wo Ampeln an veränderte und teils deutlich höhere Verkehrsströme angepasst werden können. Auch eine provisorische Auffahrt von der Hafenstraße auf die A73 Richtung Feucht wird untersucht.
Zudem prüft die Stadt, ob der Verkehr stärker über die Anschlussstelle Nürnberg-Hafen-Süd geführt werden kann, etwa mit angepassten Ampeln an der Kreuzung Wiener Straße/Marthweg. Für das Projekt Hafenbrücken wird ein Verkehrsgutachter beauftragt, der die Lage mit Blick auf die anstehenden Bauarbeiten bewertet.

Die Stadt überprüft die Abläufe des Projekts Hafenbrücken vor dem Hintergrund der neuen Lage. Im Fokus stehen die Bauarbeiten und die Verkehrsführung bis zur Fertigstellung des ersten neuen Brückenteils im August 2027.

Geprüft wird, ob Abbruch und Neubau der zweiten Brückenhälfte vorgezogen und damit beschleunigt werden können. Dabei geht es um Bauabläufe, Kapazitäten, mögliche Mehr- oder Minderkosten und die Finanzierung, da Mittel bei einer Beschleunigung früher benötigt würden. Auch die Stromversorgung im Nürnberger Süden muss berücksichtigt werden.

Infoveranstaltung

Am Donnerstag, 30. April 2026, findet um 18 Uhr in der Turnhalle des Schulzentrums Südwest, Pommernstraße 10, eine Informationsveranstaltung statt. Interessierte Bürgerinnen und Bürger erfahren hier alles zum aktuellen Stand des Gesamtprojekts Hafenbrücken sowie über die nächsten Schritte.

Hier können Sie die Informationen in Leichter Sprache lesen:

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