Der Eichenprozessionsspinner kommt in Nürnberg regelmäßig vor. Seine Raupen bilden Brennhaare, die Haut, Augen und Atemwege reizen können. Besonders im Frühjahr und Frühsommer besteht ein erhöhtes Gesundheitsrisiko.
Auf dieser Seite erfahren Sie, wie Sie den Eichenprozessionsspinner erkennen, sich schützen und einen Befall melden. Außerdem finden Sie Informationen zur aktuellen Situation sowie zu den Maßnahmen der Stadt Nürnberg.
Aktuelle Lage
Der Eichenprozessionsspinner tritt derzeit im gesamten Stadtgebiet auf. Im Reichswald warnt der Forstbetrieb Nürnberg vor einem verstärkten Auftreten. Meiden Sie befallene Bereiche und beachten Sie Absperrungen sowie Warnhinweise. Besonders betroffen sein können:
- Straßenbäume
- Parks und Grünanlagen
- Spiel- und Freizeitanlagen
- lichte Waldbestände und Waldränder
- Wege durch Eichenbestände
Das Wichtigste auf einen Blick
- Halten Sie Abstand zu befallenen Bäumen.
- Berühren Sie keine Raupen oder Gespinste.
- Beachten Sie Absperrungen.
- Entfernen Sie Nester niemals selbst.
- Halten Sie Kinder und Haustiere von befallenen Bereichen fern.
- Wechseln Sie nach möglichem Kontakt die Kleidung und duschen Sie gründlich.
- Melden Sie befallene Bäume auf öffentlichen Flächen der Stadt Nürnberg.
Das sollten Sie außerdem wissen
Der Eichenprozessionsspinner ist ein heimischer Nachtfalter. Seine Raupen leben ausschließlich auf Eichen. Ihren Namen verdanken sie ihrer typischen Fortbewegung: Sie wandern in langen Reihen – wie in einer Prozession – zwischen Baumkrone und Gespinst.
Ab dem dritten Larvenstadium entwickeln die Raupen Millionen feiner Brennhaare. Diese enthalten ein Eiweißgift, brechen leicht ab und können durch den Wind über größere Entfernungen verbreitet werden.
Gelangen die Brennhaare auf die Haut, in die Augen oder werden eingeatmet, können bereits wenige Haare Beschwerden auslösen. Wie stark die Reaktion ausfällt, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich.
Wichtig: Auch wenn die Raupen längst verschwunden sind, können alte Gespinste noch lange Brennhaare enthalten und gesundheitliche Beschwerden verursachen.
- starker Juckreiz
- Hautrötungen, Ausschlag und Quaddeln
- gerötete oder tränende Augen
- Husten und Reizungen der Atemwege
- in seltenen Fällen auch stärkere allergische Reaktionen
- Verlassen Sie den Bereich.
- Wechseln Sie möglichst bald Ihre Kleidung.
- Waschen Sie die Kleidung möglichst bei mindestens 60 Grad.
- Duschen Sie gründlich und waschen Sie auch Ihre Haare.
- Spülen Sie gereizte Augen mit Wasser aus.
- Vermeiden Sie es, betroffene Hautstellen zu kratzen.
- Suchen Sie ärztliche Hilfe, wenn die Beschwerden stark sind oder Atemnot beziehungsweise andere schwere allergische Reaktionen auftreten.
- weiße oder graue Gespinste am Stamm oder an stärkeren Ästen
- Raupen, die in langen Reihen unterwegs sind
- abgestreifte Raupenhäute
- kahle Fraßstellen in der Baumkrone
Die Raupen schlüpfen im Frühjahr. Zwischen Mai und Juli entwickeln sie ihre Brennhaare. In dieser Zeit ist das Gesundheitsrisiko am größten. Auch nach der Verpuppung bleiben die Gespinste gefährlich. Die Brennhaare können dort noch Monate oder sogar Jahre erhalten bleiben.
Die Population schwankt von Jahr zu Jahr. Warme und trockene Frühjahre begünstigen häufig eine stärkere Entwicklung der Raupen. Daneben spielen natürliche Bestandsschwankungen und Witterungseinflüsse eine Rolle. Deshalb kann der Befall regional und jährlich sehr unterschiedlich ausfallen.
Die Stadt kontrolliert öffentliche Flächen regelmäßig auf Befall. Je nach Gefährdung werden Bereiche abgesperrt, Warnhinweise aufgestellt und Nester durch Fachfirmen entfernt oder abgesaugt.
Besonders im Blick stehen Orte, an denen viele Menschen unterwegs sind, beispielsweise Spielplätze, Schulen, Kindertagesstätten, Parks und Grünanlagen sowie stark genutzte Wege.
Eine vollständige Bekämpfung ist weder im Stadtgebiet noch im Wald möglich. Die Stadt setzt ihre Maßnahmen dort ein, wo Menschen besonders gefährdet sind.
Im Reichswald ist eine flächendeckende Bekämpfung aufgrund der Größe der Waldflächen nicht möglich. Dort steht der Schutz durch Information, Warnhinweise und umsichtiges Verhalten im Vordergrund.
März bis April
Die Raupen schlüpfen aus den Eiern.
Mai bis Juli
Die Brennhaare entwickeln sich. Jetzt besteht das größte Gesundheitsrisiko.
Juli bis August
Die Raupen verpuppen sich zum Nachtfalter.
Danach
Alte Gespinste können weiterhin Brennhaare enthalten und gesundheitliche Beschwerden verursachen.
Befall erkennen
Befall melden
Melden Sie befallene Eichen auf öffentlichen Flächen möglichst mit genauer Ortsangabe, Beschreibung des Baumes und einem Foto. Die Stadt prüft jede Meldung und entscheidet über geeignete Maßnahmen.
Für befallene Bäume auf Privatgrundstücken sind die Eigentümerinnen und Eigentümer verantwortlich. Entfernen Sie Nester nicht selbst. Beauftragen Sie dafür eine Fachfirma.
Häufige Fragen
Nein. Auch alte Gespinste enthalten oft noch Brennhaare.
Nein. Die Entfernung sollte ausschließlich durch spezialisierte Fachfirmen erfolgen.
Nicht unbedingt. Manche Menschen reagieren kaum, andere sehr stark. Deshalb sollte jeder Kontakt vermieden werden.
Ja. Besonders Hunde können mit Brennhaaren in Berührung kommen. Halten Sie Tiere von befallenen Bereichen fern.
Ja. Meiden Sie jedoch befallene Bereiche. Wenn Sie Gespinste oder Raupen entdecken, wählen Sie möglichst einen anderen Weg und beachten Sie Warnhinweise.
Eine flächendeckende Bekämpfung im Wald ist auf den großen Flächen nicht möglich. Deshalb liegt der Schwerpunkt darauf, Besucherinnen und Besucher zu informieren und besonders gefährdete Bereiche kenntlich zu machen.
Der Eichenprozessionsspinner ist ein heimischer Schmetterling. Maßnahmen gegen ihn richten sich nach dem Gesundheitsrisiko und den jeweiligen gesetzlichen Vorgaben. Ziel ist es, Menschen zu schützen und gleichzeitig Eingriffe in die Natur auf das notwendige Maß zu beschränken.
Aktualisiert am 24.06.2026, 12:27 Uhr



