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Nürnberg Heute Magazin: Unsere Spitzenathleten

Ruder-Weltmeisterin mit Olympiatraum

Text: Andreas Leitgeber, Video: Kathrin Brunner / 13.07.2026

Mia Tetiwa rudert für ihr Leben gern und vor allem schnell. Die 18-jährige Abiturientin ist Weltmeisterin und Vizeweltmeisterin der Juniorinnen in gleich zwei Disziplinen. Bei den World Rowing Beach Sprint Finals 2025 im Meer vor Antalya holte sie sich im Juniorinnen-Doppelzweier die Goldmedaille und im Einer Silber. Am Rudern liebt die Leistungssportlerin besonders die Bewegung an der frischen Luft und die häufigen Wettkämpfe.

Viele denken bei Wettkampfrudern vermutlich an Boote auf ruhigem Fahrwasser – auf Flüssen, Seen oder Kanälen. Mia Tetiwa hat ihre Gold- und Silbermedaille allerdings in der Disziplin Rowing Beach Sprint gewonnen. Diese junge Disziplin feiert 2028 bei den Olympischen Spielen in Los Angeles ihr olympisches Debüt. Das Küstenrudern im Meer ist etwas wilder als das klassische Rudern auf einer Strecke von 2 000 Metern. Die Sportlerinnen und Sportler sprinten zunächst über den Strand zu ihren Booten, rudern einen Bojenkurs auf dem Meer und laufen anschließend zurück ins Ziel am Strand.

Zum Rudern kam Mia Tetiwa über die Zusammenarbeit des Neuen Gymnasiums mit dem Ruderverein Nürnberg von 1880 e. V. Weil sie die Ganztagsschule besuchte, belegte sie nachmittags Wahlfächer und kam so zum ersten Mal mit dem Rudern in Kontakt. So kam sie auf den Geschmack und machte ihre ersten Züge im Dutzendteich. „Ich hatte keine Ahnung vom Rudern und habe gedacht, alles kommt aus dem Oberkörper und aus den Armen – aber tatsächlich kommt die meiste Kraft aus den Beinen“, sagt die Weltmeisterin, die auch im Main-Donau-Kanal in Katzwang trainiert, oft auch früh, wenn es noch dunkel ist. Von nichts kommt nichts. Mia Tetiwa trainiert jeden Tag zwei bis drei Stunden: „Rudern macht mir einfach Spaß, weil es vielfältig ist und ich oft an der frischen Luft bin.“ Die Trainingsmöglichkeiten mag sie: „Der Main-Donau-Kanal ist wunderschön, wie auch das Trainieren im Dutzendteich. Die Sportstadt Nürnberg bedeutet für mich einen vielseitigen Ort, an dem man viel erreichen kann“, sagt Mia Tetiwa. Im Wintersemester 2026/2027 schreibt sie sich an der Friedrich-Alexander-Universität für Jura ein. So kann sie weiterhin bei ihrem Verein trainieren.

Spitzensportlerin Mia Tetiwa liebt beim Rudern an der frischen Luft zu sein. Sie trainiert im Main-Donau-Kanal in Katzwang.

Das nächste Ziel: Los Angeles 2028

„Ja, es gibt schon ein paar Tage, wo ich mir denke, heute habe ich nicht so viel Bock, ich will lieber daheim sein oder was anderes machen. Aber dann denke ich halt dran, warum ich das mache und wofür. Dann ziehe ich das einfach durch und bin am Ende eher froh, dass ich es gemacht habe und bereue es nicht“, sagt die Spitzensportlerin. Sportlich war Mia Tetiwa schon immer: Ein paar Jahre hat sie Ballett gemacht und ist Bouldern gegangen. Heute bleibt neben dem Rudern nur noch Zeit für Krafttraining, Fahrradfahren oder die Ergometer. Sie geht am liebsten aufs Wasser – bis der Kanal zufriert. Der Spitzensport hat natürlich auch seinen Preis: „Ich kann nicht zu so vielen Partys gehen. Und meinen Freunden muss ich manchmal leider absagen, weil ich im Trainingslager oder bei Wettkämpfen bin. Zum Glück ist unser Ruderverein wie eine kleine zweite Familie“, sagt Mia Tetiwa. Und welchen Traum hat die Weltmeisterin?: „Natürlich Olympia. Ich glaube, das ist jedem klar.“

In der Serie der Spitzenathleten ist bereits erschienen:

Parakletterer Kevin Bartke: Was ihn antreibt und warum Klettern für ihn das Größte ist.

  • Zum Porträt<https://www.nuernberg.de/internet/stadtportal/nuernberg_heute_magazin_kletterer.html>

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