Der Stoff, aus dem die Filme sind
Interview: Hanna Quitterer / 29.06.2026
Hans Sachs war vielleicht Nürnbergs berühmtester Schriftsteller – aber noch heute ist die Stadt ein Ort für Schreibende. Fünf Stipendiatinnen nehmen aktuell am Autor*innenseminar Drehbuch teil. Die Nachwuchs-Autorinnen und Autoren, deren Spielfilm-Drehbücher noch nicht verfilmt wurden, bekommen je eine Mentorin oder einen Mentor zur Seite. Mentorin Monika Peetz und Stipendiatin Jennifer Nedlin treffen sich dafür regelmäßig in Nürnberg.
Nürnberg Heute Magazin: Welche Chancen bietet das Stipendium?
Monika Peetz: Unser Ziel ist, die Stipendiatinnen mit einem Drehbuch rauszuschicken, mit dem sie sich präsentieren können – und über unsere Kontakte eine Art Türöffner in die Branche zu sein. Wir sind ein geschützter Rahmen. Die Welt da draußen ist ein bisschen härter. Darauf wollen wir unsere Stipendiatinnen vorbereiten.
Jennifer Nedlin: Ich habe einen Rahmen, in dem ich ein Drehbuch schreiben kann, lerne in den Seminaren handwerklich und menschlich viel, lerne Autorinnen und Autoren kennen. Nach dem Stipendium werde ich die zweite Drehbuchfassung fertig haben, mit der ich mich bei Produktionsfirmen bewerben kann. Wir haben unsere Stoffe bei den Hofer Filmtagen präsentiert, das war eine schöne Möglichkeit zu sehen, wie sie so ankommen.
Nürnberg Heute Magazin: Wovon handelt Ihr Drehbuch?
Jennifer Nedlin: Es geht um einen Jungen, der mit seiner chaotischen russischen Mutter seine Wohnung verliert. Diese Mutter-Sohn-Beziehung gerät immer mehr ins Wanken. Für mich geht es viel um ein Zugehörigkeitsgefühl, um Heimat und Zuhause. Das Thema für den Jahrgang 2025/26 war „Aufbruch‘“. Dazu habe ich die Geschichte entwickelt.
Monika Peetz: Ich glaube, die meisten der Stipendiatinnen haben sich extra etwas zum Thema überlegt. Wir haben diesmal einen sehr besonderen Jahrgang mit sehr spannenden Stoffen.

