Zum Schuljahr 2026/27 investiert die Stadt trotz angespannter Finanzen weiter in gute Lernbedingungen, moderne Schulen, Ganztagsbetreuung, digitale Ausstattung und Bildungsgerechtigkeit. „Schule Vision 2040“ setzt neue Impulse für Schule und Unterricht.

Zum Schuljahresbeginn ist die Unterrichtsversorgung an den allgemeinbildenden und beruflichen Schulen gewährleistet. An den kommunalen allgemeinbildenden Schulen wurden zum Schuljahr 13 unbefristete und vier befristete Lehrkräfte eingestellt. Auch an den beruflichen Schulen ist der Unterricht an allen Direktoraten vollständig abgedeckt. Dort wurden 24 Beamtinnen und Beamte sowie 15 Angestellte neu eingestellt. Außerdem kommen acht Fachlehrkräfte nach ihrer Ausbildung in Ansbach zur Stadt. Voraussichtlich werden zudem fünf Studierende über das Programm „stud@work“ im Unterricht eingesetzt.
Auch beim Schulbau gibt es zum neuen Schuljahr sichtbare Fortschritte. So zieht die Berufliche Oberschule Nürnberg in den Herbstferien in den ersten Bauabschnitt des neuen Schulzentrums Breslauer Straße ein. Weitere wichtige Projekte sind der Neubau der Henry-Dunant-Grundschule, in die im Frühjahr 2027 eingezogen werden soll, sowie der Baubeginn der Grundschule Lichtenreuth.
Die Digitalisierung der Nürnberger Schulen wird konsequent vorangetrieben. Die Stadt arbeitet daran, WLAN-Lücken zu schließen, und stellt die Ausstattung der Schulen mit digitalen Endgeräten sicher. Die Grundschulen sind bereits vollständig mit Schülergeräten im Verhältnis von einem Gerät für zwei Schülerinnen und Schüler ausgestattet. An den Mittelschulen wird diese Ausstattung im Laufe des Jahres abgeschlossen sein. Mit dem neuen „Vier-Säulen-Zuschuss” wird die Finanzierung der Schuldigitalisierung ab 2027 zudem auf eine neue Grundlage gestellt. Auch die Lehrerdienstgeräte werden künftig über dieses Modell verstetigt. Digitale Infrastruktur, Endgeräte und Software sollen dabei vor allem eines ermöglichen: zeitgemäßen, abwechslungsreichen und individuelleren Unterricht.
Mit der zunehmenden Nutzung digitaler Angebote und insbesondere Künstlicher Intelligenz gewinnt zugleich die Frage der Daten- und Informationssicherheit an Bedeutung. Die rasanten Entwicklungen im Bereich der KI gehen auch mit einem Anstieg von Phishing-Angriffen einher. Deshalb veranstaltet die Stadt im November einen Awareness-Day zur Daten- und Informationssicherheit für Lehrkräfte. In dem Online-Vortrag wird Wissen vermittelt und es wird dafür sensibilisiert, wie Cyberangriffe erkannt und Risiken im schulischen Alltag reduziert werden können. Als Referent konnte Prof. Dr.-Ing. Dominik Merli von der Technischen Hochschule Augsburg gewonnen werden.
Ein wichtiger Schwerpunkt liegt auf der Umsetzung des Rechtsanspruchs auf ganztägige Bildung und Betreuung. Im Schuljahr 2026/27 werden in Nürnberg insgesamt rund 13.900 Plätze in Kinderhorten, in der Mittagsbetreuung und an Ganztagsschulen zur Verfügung stehen. Damit können rund 77 Prozent der Nürnberger Grundschulkinder ein Ganztagsangebot besuchen.
Zum neuen Schuljahr hin startet außerdem das stadtweite Ferienbetreuungsangebot. Es richtet sich von Beginn an alle Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 1 bis 4 und wird an zwölf Ferienstützpunktschulen sowie drei Einzelstandorten angeboten. Die Ferienstützpunktschulen bündeln die Ferienbetreuung für mehrere Grundschulen und sollen so eine verlässliche Struktur schaffen.
Das neue Angebot wird im ersten Jahr eng begleitet und auf Grundlage der tatsächlichen Nachfrage weiterentwickelt. Die Herbstferien sind dabei der erste Praxistest. Die Erfahrungen aus den ersten Ferien sollen dabei helfen, das Angebot für die weiteren Ferien bedarfsgerecht auszurichten.
Das Übergangsmanagement von den Mittelschulen in Ausbildung oder andere Bildungsangebote leistet einen wichtigen Beitrag zur Bildungsgerechtigkeit. Wenige Tage vor Schuljahresbeginn ist der Übergang der Schülerinnen und Schüler weitgehend erfolgreich abgeschlossen. Alle Jugendlichen, die von den Mittelschulen an das Amt für Berufliche Schulen gemeldet wurden und bislang keinen Ausbildungsplatz hatten, haben inzwischen einen Platz in einer Berufsvorbereitungsklasse erhalten.
Das digitale Übergangsmanagement vernetzt Schülerinnen und Schüler, Eltern, Schulen, berufliche Schulen, Ämter und weitere zuständige Stellen. Bereits ab dem Frühjahr unterstützt es die Steuerung der Jugendlichen beim Übergang. Ein Vorteil des Systems ist, dass junge Menschen mit Unterstützungsbedarf frühzeitig erkannt und Beratungsressourcen gezielter eingesetzt werden können.
Neu im Schuljahr 2026/27 gibt es zudem drei Klassen des „BVJ-Neustarts“ an den Berufsschulen. Das Angebot richtet sich insbesondere an Jugendliche, die beim Einstieg in Ausbildung und Beruf eine besonders intensive Begleitung benötigen. Dabei werden Unterricht, Berufsorientierung und sozialpädagogische Unterstützung eng miteinander verbunden. Das Ziel besteht darin, die Jugendlichen zu stabilisieren, ihre Ausbildungsreife zu fördern und ihnen tragfähige Perspektiven für ihren weiteren Bildungs- und Berufsweg zu eröffnen.
Neben den räumlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen stellt sich auch die Frage, wie Schule und Lernen künftig gestaltet werden sollen. Mit „Schule Vision 2040” hat die Stadt Nürnberg einen gemeinsamen Rahmen für die Weiterentwicklung ihrer Schulen geschaffen.
Im Mittelpunkt stehen unter anderem selbstgesteuertes Lernen, eine zeitgemäße Leistungsbewertung, eine neue Lernkultur, Resilienz sowie eine intensivere Zusammenarbeit der Lehrkräfte. Das Institut für Pädagogik und Schulpsychologie (IPSN) unterstützt die Schulen bei der Umsetzung.
Zum neuen Schuljahr startet zudem ein weiterer zweijähriger Fokuskurs „Schule Vision 2040“, während der erste Kurs in diesem Jahr in die Abschlussphase geht. Das große Interesse aus den Schulen zeigt, dass der Wunsch nach gemeinsamer pädagogischer Weiterentwicklung vorhanden ist.
Auch im neuen Schuljahr ist Demokratiebildung weiterhin ein wichtiges Thema. Das IPSN hat einen Demokratie-Kalender für Schulen veröffentlicht. Dieser begleitet durch das Schuljahr und nutzt Gedenk-, Aktions- und Demokratietage als Anknüpfungspunkte für historisch-politische Bildung. Der Kalender bietet unterschiedliche Zugänge für die Praxis – vom 15-minütigen Impuls über eine Unterrichtsstunde bis hin zu einem Besuch an einem Nürnberger Lernort.
Die aktuellen internationalen Bildungsdaten zeigen, vor welchen Herausforderungen das Bildungssystem steht. Die PISA-Ergebnisse liegen auf dem niedrigsten Stand seit Beginn der Erhebungen. Zugleich wächst der Anteil der Jugendlichen, die keine ausreichenden Basiskompetenzen erreichen. Auch der enge Zusammenhang zwischen Bildungserfolg und sozialer Herkunft stellt weiterhin eine zentrale Herausforderung dar.
Nürnberg setzt deshalb auf ein breites Bündel an Maßnahmen: von Leseförderung und dem Startchancen-Programm über niedrigschwellige Bildungs- und Kulturangebote bis hin zum Ausbau von Ganztagsbetreuung und Ferienbetreuung.
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Aktualisiert am 11.09.2026, 16:05 Uhr