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Ausbreitung und Bekämpfung der Großen Drüsenameise

Die Drüsenameise breitet sich in Hasenbuck und Lichtenreuth aus. Die Stadt informierte am 5. Oktober 2026 über das Phänomen und wie die Ameisenkolonien bekämpft werden können.

Bei der Veranstaltung der Stadt in Kooperation mit dem Bürgerverein Hasenbuck referierte Prof. Dr. Heike Feldhaar, Inhaberin des Lehrstuhls für Populationsökologie der Tiere an der Universität Bayreuth, über die Ausbreitung der Großen Drüsenameise, mögliche Schäden und geeignete Maßnahmen. Die ursprünglich aus Südeuropa stammende Art wurde eingeschleppt.

Besonderheiten der Drüsenameisen

  • Die Große Drüsenameise kann sich großflächig ausbreiten.
  • In den Nestverbänden leben mehrere Königinnen, die sich nicht gegenseitig bekämpfen. Dadurch können sogenannte Superkolonien entstehen.
  • Die Beseitigung eines einzelnen Nests hat nur begrenzte Wirkung, wenn sich in der Umgebung weitere Nester befinden.
  • Die Ameisen können Schäden verursachen, etwa durch das Annagen von Kabeln oder das Unterhöhlen von Treppenfundamenten.

Gestaltung der Umgebung kann helfen

Mit einer einzigen Maßnahme lässt sich die Große Drüsenameise nicht vollständig bekämpfen. Die Gestaltung der Umgebung kann helfen. Prof. Dr. Feldhaar setzt dabei auf Biodiversität, hohes Gras und heimische Wegameisen. Sie können die Ausbreitung der invasiven Art bremsen. „Aber wir werden diese invasive Ameisenart wahrscheinlich nicht mehr loswerden“, sagt Feldhaar.

Im Frühjahr 2027 will Feldhaar die Suche nach geeigneten Bekämpfungsmethoden fortsetzen. Gemeinsam mit einem Schädlingsbekämpfer will sie untersuchen, welche Kombination aus Köder und Gift der Großen Drüsenameise möglichst gezielt schadet.

Was hilft – und was nicht:

  • Heißes Wasser oder heißer Dampf sollten nur auf Pflaster, Sand oder Kies eingesetzt werden.
  • Im Anschluss können auf dem nassen Boden Fadenwürmer (Nematoden) ausgestreut werden, die bei der Bekämpfung helfen.
  • Aber: Heißes Wasser reicht nicht bis zum tieferliegenden Nest und schadet somit nicht der Königin. Außerdem tötet es auch alles andere im Boden.

„Jeder muss auf seinem Grundstück tätig werden“

Oberbürgermeister Marcus König hörte sich die Sorgen der rund 40 Anwohnenden an und sagte Koordination und Begleitung der Stadt zu. Entscheidend ist ein gemeinsames Vorgehen: Nur wenn möglichst viele betroffene Grundstücke gleichzeitig in den Blick genommen werden, lässt sich die Ausbreitung der Ameise eindämmen. „Jeder muss auf seinem Grundstück tätig werden – sei es im eigenen Garten oder auf der Großbaustelle. Nur so können wir es gemeinsam schaffen, diese Ameisenart einzudämmen“, appellierte der Oberbürgermeister.

Auch die größeren Bauflächen in Lichtenreuth sollen beim gemeinsamen Vorgehen berücksichtigt werden. Bei einem Treffen Mitte Oktober informiert die Stadt die dort tätigen Bauträger und Investoren über die Große Drüsenameise. Zugleich wird sie sie auffordern, vorhandene Nester zu bekämpfen.

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