Die U-Bahnstrecke U3 wird bis nach Gebersdorf verlängert. Thiemo Guttenberger, Leiter des U-Bahn-Bauamts der Stadt, hat am 6. Oktober 2026 den Stand der Bauarbeiten erläutert und einen Ausblick auf die bevorstehenden letzten Arbeiten bis zur Eröffnung im ersten Halbjahr 2028 gegeben.
Die Arbeiten an dem letzten Bauabschnitt der U3 im Südwesten Nürnbergs kämen gut voran, so Guttenberger. Er ist mit seinem Team verantwortlich für die rund zwei Kilometer lange Neubaustrecke und die beiden neuen U-Bahnhöfe Kleinreuth b. Schweinau und Gebersdorf.

Ausbau der beiden Bahnhöfe geht voran
Der Rohbau ist seit 2024 fertig. In beiden Bahnhöfen läuft derzeit der Ausbau: Beispielsweise sind Elektroarbeiten notwendig, Decken werden verkleidet, Böden erhalten ihre Beläge. In den Abstellanlagen müssen die Bedienstege errichtet werden.
Sind diese Arbeiten abgeschlossen, beginnt die VAG mit dem Test- und Erprobungsbetrieb. Er wird etwa ein Jahr dauern. Danach können die beiden U-Bahnhöfe öffnen – und die Fahrgäste mit der U-Bahn bis Gebersdorf im Südwesten Nürnbergs fahren.
Anspruchsvoller Bauabschnitt
Planung und Bau der Strecke stellten Planer und Baufirmen vor Herausforderungen. Die neue U-Bahn musste gleich zweimal unter bestehender Infrastruktur hindurch: einmal unter der Bahnstrecke zwischen Großreuth b. Schweinau und Kleinreuth b. Schweinau sowie einmal unter dem Main-Donau-Kanal zwischen Kleinreuth b. Schweinau und Gebersdorf.
Beide Bauwerke erforderten besondere Vorkehrungen und eine exakte Bauüberwachung des Untergrunds. Denn weder die Bahnstrecke noch der Main-Donau-Kanal durften sich auch nur um einen Millimeter in der Lage verändern.

Realisierung dank Zuschüssen vom Bund und Freistaat
Die Gesamtkosten des Projekts liegen nach aktuellem Stand bei rund 224 Millionen Euro. Bund und Freistaat Bayern bezuschussen den Bau voraussichtlich mit mehr als 100 Millionen Euro.
Für die Hauptbaumaßnahme gibt es insgesamt 80 Prozent Zuschüsse für die förderfähigen Kosten, angepasst an die Kostenentwicklung. 60 Prozent kommen vom Bund und 20 Prozent vom Freistaat Bayern. Grundlage sind das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) des Bundes und das Bayerische ÖPNV-Gesetz.
Ausblick
2027 gestaltet Sör die Oberfläche rund um den U-Bahnhof Gebersdorf. Dort entsteht auch ein neuer Busbahnhof. Er soll die Busverkehre im Nürnberger Westen und aus den angrenzenden Nachbarorten neu verknüpfen und das Angebot attraktiver machen.
Das Planfeststellungsverfahren zum Neubau der Rothenburger Straße läuft derzeit noch. Sie soll den U-Bahnhof Kleinreuth b. Schweinau erschließen. Erst nach der Inbetriebnahme des neuen Streckenabschnitts kann Sör mit dem Bau beginnen.
Zu Fuß und mit dem Fahrrad bleibt der U-Bahnhof Kleinreuth b. Schweinau jedoch erreichbar.
Stimmen zum Projekt
„Ich freue mich, dass die Stadt Nürnberg weiter konsequent den ÖPNV ausbaut. Die Erfolge können sich sehen lassen! Als Freistaat leisten wir einen wesentlichen Beitrag: Die vollautomatisierte U-Bahn haben wir seit 2005 mit rund 50 Millionen Euro unterstützt, die Verlängerung der U3 und die Notleitstelle des U-Bahn-Betriebshofs Kafkastraße mit weiteren rund 73 Millionen Euro. Das Geld des Freistaats ist hier sehr gut investiert, denn von unseren Fördermitteln profitieren alle Fahrgäste. Eine große Herausforderung für die Stadt Nürnberg, wie für alle Aufgabenträger, ist es, das Angebot im ÖPNV zu erweitern und die dafür nötige Infrastruktur zu erhalten und auszubauen. Wir wissen, dass auch die Grunderneuerung der vollautomatischen U-Bahn viel Geld kostet. Auf allen Ebenen setzen wir uns deswegen dafür ein, dass die Fördermittel des Bundes nicht nur länger verfügbar sind, sondern auch aufgestockt werden!“
„Wir danken dem Bund wie dem Freistaat Bayern herzlich für die Zuschüsse. Ohne diese wäre kaum ein Projekt des öffentlichen Personennahverkehrs realisierbar. Wir freuen uns, dass uns bereits bei der Bewilligung der Förderanträge in Aussicht gestellt wurde, dass es sich um eine prozentuale Förderung handelt. Dieses Mal sehen wir, wie wichtig es ist, dass die Förderbestimmungen eine Anpassung der Fördersumme vorsehen.“
„An Werktagen mit Schule haben wir in der Regel über 400.000 Fahrgäste. Den absoluten Spitzenwert der U-Bahn-Nachfrage in einem ‚normalen Jahr‘ haben wir zur Eröffnung des Christkindlesmarkts, in 2025 waren es fast 480.000 Fahrgäste. Das zeigt einmal mehr die Bedeutung und Leistungsfähigkeit.“ Krieglstein ergänzt: „Die U-Bahn hat zweifellos auch eine städtebauliche Wirkung. Neue Schulen, neue Baugebiete planen wir um U-Bahnhöfe herum. Das sieht man gut an Großreuth bei Schweinau, dem letzten U3-Bahnhof, den wir eröffnet haben und um den herum eifrig gebaut wird. Vergleichbares Potential haben wir nun mit den U-Bahnhöfen Kleinreuth und Gebersdorf. Wir sind uns sicher, dass wir so mehr Menschen zum Umstieg auf den ÖPNV motivieren. 2025 hat der ÖPNV in Nürnberg erstmals mit einem Anteil von 25 Prozent am Modal-Split den Anteil der Pkw-Fahrer*innen mit 24 Prozent hinter sich gelassen. An diesem Erfolg hat auch die U-Bahn in Nürnberg einen maßgeblichen Anteil, ergänzt um ein sehr gutes Straßenbahn- und Busnetz. Damit zeigt sich der wertvolle Beitrag eines leistungsfähigen ÖPNVs und der U-Bahn an der Entwicklung einer lebenswerten Stadt. Davon profitieren wir alle, zumal es Umwelt und Klima entlastet, wenn mehr Menschen mit dem ÖPNV fahren“
„Wir hoffen sehr darauf, dass uns der Bund und der Freistaat weiterhin unterstützen, bei Neu- wie bei Reinvestitionen. Unsere beiden vollautomatisierten U-Bahn-Linien sind dabei ein wichtiger Baustein unserer Leistungsfähigkeit. Alle vorab erwarteten Vorteile haben sich in fast 20 Betriebsjahren jeden Tag bestätigt. Leistungsfähigkeit und Flexibilität überzeugen. Die Taktverdichtung würden wir mit einem konventionellen System nicht schaffen und diese brauchen wir auch künftig mehr denn je. Wie sinnvoll Investitionen in den öffentlichen Personennahverkehr sind, zeigt die Entwicklung unserer Abo-Kund*innen und der Fahrgastzahlen. Die U-Bahn ist dabei zweifellos das Rückgrat des ÖPNV in Nürnberg. Sie bringt die Menschen schnell ans Ziel. Jeder Zug bietet rund 600 Fahrgästen Platz. 2025 waren mit unseren drei U-Bahn-Linien insgesamt 114,4 Millionen Fahrgäste unterwegs. Davon 60,9 Millionen mit der U1 und 53,5 Millionen Fahrgäste mit den vollautomatisierten U-Bahn-Linien U2 und U3. Insgesamt sind fast 60 Prozent unserer Fahrgäste mit unseren drei U-Bahn-Linien unterwegs.“















