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Nürnberg Heute Magazin: Bücher

Für Sie gelesen

von Ihrer Nürnberg Heute Magazin-Redaktion

Neue Buchtipps

29.07.2026

Annalena Denninger (Hg.): Gessn wird derhamm!. Fränkische Landfrauenküche, Ars Vivendi Verlag, Cadolzburg 2026, 240 Seiten, 28 Euro, ISBN 978-3-7472-0749-9.

Mit Herz und Geschmack

Wer seinen Speiseplan dem aktuellen Trend zur vegetarischen oder veganen Ernährung unterordnet, wird sich mit der fränkischen Küche schwertun. Doch wer Geschmack, Tradition und kulinarische Herzlichkeit sucht, dem läuft beim Gedanken an Krautwickerle, Sauerbraten oder Kirschenmännle das Wasser im Mund zusammen.

Das Kochbuch „Gessn wird derhamm!“ lässt Fränkinnen und Franken in geschmacklichen Kindheitserinnerungen schwelgen und ermöglicht allen Kochbegeisterten, Klassiker wie Blaue Zipfel, Karpfen oder Fränkische Hochzeitssuppe auch in der heimischen Küche zuzubereiten. Das gelingt, anders als der Untertitel „Fränkische Landfrauenküche“ zunächst vermuten lässt, auch Männern. In appetitliche Happen – sprich Kapitel von Suppen und Eintöpfen bis Kuchen und Gebäck – aufgeteilt, gibt das Kochbuch Schritt-für-Schritt-Anleitungen und liefert Hintergrundinformationen zu Lebensmitteln aus der Region.

Der fränkischen Küche gemäß fällt das Kapitel Gemüse etwas schmaler aus als das der fleischlichen Genüsse. Doch es finden sich auch viele moderne und vegetarische Interpretationen. Für das Auge gibt es Fotos der Gerichte und Detailaufnahmen aus der Küche. Ein literarischer Gruß aus der Küche kommt in Form von fränkischen Zitaten. boe

Geschichte Für Alle (Hg.): Nürnbergs Altstadt. Unterwegs mit Geschichte Für Alle e. V., Sandberg Verlag, Nürnberg 2025, 144 Seiten, 19,80 Euro, ISBN 978-3-96486-036-1.

Zeitreise durch die Altstadt

Zum 40. Geburtstag darf man sich auch einmal selbst etwas schenken. Geschichte Für Alle hat sich zum Jubiläum ein lesenswertes Buch über die Altstadt auf den Gabentisch gelegt. 1985 als studentische Initiative gegründet, die sich schwerpunktmäßig mit Nürnbergs Rolle im Nationalsozialismus beschäftigte, bietet Geschichte Für Alle heute Rundgänge in vier Städten an, besteht aus einem Team von 20 Personen und legt seine Forschungen aus der Regionalgeschichte regelmäßig im angeschlossenen Sandberg Verlag vor.

Mit dem neuen Band „Nürnbergs Altstadt“ können Nürnberg-Fans auf 21 Touren zehn Jahrhunderte Stadtgeschichte entdecken: entlang der Pegnitz oder durch die Königstraße, auf den Spuren jüdischen Lebens oder auf der Suche nach den Hinterlassenschaften der Kolonialgeschichte. Öffentliche Bedürfnisanstalten werden genauso in den Blick genommen wie Bildungsstätten. Auch Rundgänge zu Nürnbergs berühmten Söhnen Albrecht Dürer, Veit Stoß, Adam Kraft oder Hans Sachs lassen sich mit dem Buch nachverfolgen.

Zuhause schmökern, auf Entdeckungstour durch die Altstadt gehen und noch mehr erfahren bei einem Rundgang mit den Profis von Geschichte für Alle: der perfekte Dreiklang für alle Geschichtsinteressierten. boe

Nicoletta De Rossi: Frauenperspektiven Nürnberg, Panima Verlag, Karlsruhe 2026, 448 Seiten, 45 Euro, ISBN 978-3-9827669-1-1.

Geballte Frauenpower

Ist Nürnberg weiblich? Oder: Wie weiblich ist die Stadt eigentlich? Diese Frage beantwortet Autorin Nicoletta De Rossi in ihrem Buch „Frauenperspektiven Nürnberg“ anhand von 23 Porträts. Aus dem kulturellen Leben der Stadt bekannte Frauen, wie etwa Ex-Kulturreferentin Julia Lehner, die Tänzer und Choreografin Susanna Curtis oder das ehemalige Christkind Nelli Lunkenheimer, plaudern in Interviews über ihre ganz eigene Perspektive auf Nürnberg.

Es geht um Heimatgefühle, persönliche Verbindungen oder Anekdoten rund um die Stadt – und vor allem: den jeweiligen Lieblingsort. Lassen Sie sich überraschen, wer am liebsten an der U-Bahnstation Rathenauplatz einsteigt, gerne die Ruhe des Johannis-Friedhofs genießt oder für wen das Rauschen des Schleusenwassers des Alten Kanals „etwas Besonderes“ ist. Der unterhaltsame Nebeneffekt: Neben starken weiblichen Persönlichkeiten und ihren Geschichten bietet das Buch auch überraschende Blicke auf interessante Orte in der Stadt. maj

Bernd Noack: Spurensuche. Eine Entdeckungsreise durch Nürnberg, Ars Vivendi Verlag, Cadolzburg 2026, 255 Seiten, 20 Euro, ISBN 978-3-7472-0757-4.

Hinter den bekannten Fassaden

Wenn sich ein Fürther auf „Spurensuche“ in der Noris begibt, dann … Ja, dann entstehen 255 Seiten, die vor allem Nürnbergerinnen und Nürnberger gerne durchstöbern dürften! Autor und Journalist Bernd Noack hat sich durch die mittelfränkische Metropole treiben und dabei die gängigen Sehenswürdigkeiten eher links liegen lassen.

52 Kapitel hat das Buch, alphabetisch sortiert von A wie Alter jüdischer Friedhof bis Z wie Zeugenhaus. Die stichprobenartige Entdeckungsreise beginnt in der Austraße 70, Adresse des Gostner Hoftheaters. Dass in dem Gebäude einmal Nürnbergs älteste Blechspielzeugfabrik untergebracht war, dass die Häuser der Austraße durch unterirdische Gänge miteinander verbunden waren, wie viel Zeit und Herzblut zwischen 1978 und 1979 eine Handvoll Engagierter mit vielen Helferinnen und Helfern in das Gebäude investiert haben, um einen lebendigen Ort für Kultur und mehr zu schaffen – das alles liest man auf knapp drei Seiten.

Ein paar Mal umblättern – und wir stoßen auf ein Kapitel zum Flughafen. „Kenn‘ ich doch“, mögen sich Leserin und Leser denken. Aber wer wusste, dass der erste Knotenpunkt für den Flugverkehr in Franken ab 1918 der Flughafen Fürth-Nürnberg in Atzenhof war? Den heutigen Albrecht-Dürer-Airport gibt es erst seit 1955.

Mit Riesenschritten den Riesenschritt hinauf oder hinunter? Der kleine Weg mit dem seltenen Namen und seinen komischen Stufen, die jeder DIN-Norm trotzen, führt vom Johannisfriedhof zur Hallerwiese: „Wer auf dem Weg läuft, besonders auf seinem letzten Stück mit den Treppen, der muss permanent wechseln zwischen kleinen und riesigen Schritten oder Sprüngen, sonst stolpert man gnadenlos“, schreibt Noack.

Lauter solche kleinen, feinen Geschichten, Orte, Besonderheiten hat Bernd Noack zusammengetragen und verspricht eine Entdeckungsreise durch Nürnberg. Versprechen eingehalten! ja

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29.06.2026

Buchcover: Whiskyland Franken © ars vivendi

Patrick Grasser: Whiskyland Franken. Die Macher. Die Genießer. Die Botschafter, Ars Vivendi Verlag, Cadolzburg 2026, 250 Seiten, 20 Euro, ISBN 978-3-7472-0758-1.

„Whisky ist ein Lebenswasser“

„Uisge Beatha“: Aus diesen gälischen Worten, die für das „Wasser des Lebens“ stehen, leitet sich das Wort Whisky ab. Kein Wunder also, dass Autor Patrick Grasser vom Lebenswasser spricht, wenn er in „Whiskyland Franken“ über seine flüssige Leidenschaft schreibt. 2017 wurde das Buch des in Nürnberg geborenen Autors zum ersten Mal veröffentlicht. Jetzt gibt es eine vollständig überarbeitete und ergänzte Auflage. Auf 250 Seiten finden Fans des hochprozentigen Getränks Informationen zu Geschichte, Herstellung und Verbreitung.

Grasser taucht tief ein in die Whisky-Hochburg Franken. Ja, als solche kann man den schönsten Teil Bayerns zweifelsohne sehen! Ein paar Beispiele gefällig? Der älteste noch heute aktive Whiskyclub Deutschlands wurde 1990 in Nürnberg gegründet. Die größte Whiskymesse Europas findet im Nürnberger Messezentrum statt. Und: Es gibt mittlerweile verschiedene richtig gute Lebenswässerchen made in Franken. Ein gutes Dutzend regionale Whisky-Macher stellt Grasser vor, dazu werden im Buch verteilt verschiedene Whisky-Sorten genauer unter die Lupe genommen – beziehungsweise unter die Nase gehalten und auf die Zunge geträufelt – und Leserinnen und Leser lernen verschiedene Persönlichkeiten kennen, die das flüssige Glück ebenso feiern wie der Autor. Das Buch ist ein Muss für alle, die sich für gereiften Genuss begeistern und gerne auf „Gute Gesundheit“ anstoßen: „Slàinte mhath!“ ja

Susanne Fleischmann-Büttner, Karl-Friedrich Büttner: Blaue Glücksorte in Franken. Fahr raus & tauch ein, Droste Verlag, Düsseldorf 2026, 168 Seiten, 16 Euro, ISBN 978-3-7700-2684-5.

Fränkische Glücksorte für Wasserratten

Fahr raus und tauch ein: Möglich ist das an 80 herrlich feuchten und/oder fröhlichen Orten in der Region! Susanne Fleischmann-Büttner und Karl-Friedrich Büttner nehmen uns in ihrem Erlebnis-Führer „Blaue Glücksorte in Franken“ mit in einen Regenwald im Herzen Nürnbergs, verraten einen Flussbad-Geheimtipp bei Wassertrüdingen oder animieren uns zum Wassertreten à la Kneipp in Mittelstreu. So gut – so naheliegend.

Es finden sich vereinzelt auch kulinarische Ausflugsziele, die als blauer Glücksort durchgehen. „La Gelateria al Flusso“ in Waldaschaff beispielsweise ist so ein Ort. Dort hat die Gemeinde ihre zwischen zwei Flüssen gelegene Dorfmitte neugestaltet und eine große Aufenthaltsqualität geschaffen – zu der auch die Eisdiele beiträgt. Die beiden Autoren versprechen das beste Eis im Spessart. Wer es dagegen lieber herzhaft mag, ist in Neuendettelsau gut aufgehoben: An der „Fischbox“, die an einer der Hauptstraßen steht, können Genießer sich rund um die Uhr einheimische Fischspezialitäten kaufen. Solche Automaten gibt es übrigens auch in Wolframs-Eschenbach, Wicklesgreuth und Wassermungenau. Allen Wasserratten, die sich auf eine abwechslungsreiche Entdeckungstour durch Franken machen wollen, sei das Buch ans Herz gelegt. ja

Nadine Schneider: Das gute Leben, S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2026, 304 Seiten, 25 Euro, ISBN 978-3-1039-7713-4.

„Das gute Leben“ – eine Mütter-Töchter-Geschichte

Ein Vorort am Stadtrand von Nürnberg, ein Häuschen mit angegrauter Fassade, moosigen Dachschindeln und einem durch die Sommerhitze verlebten Garten, Kindheitserinnerungen in jedem noch so kleinen Winkel. Christina ist hier groß geworden – aufgezogen von ihrer Großmutter Anni. Nun, da Anni tot ist und ihr das Haus vererbt hat, kehrt Christina von Berlin nach Franken zurück.

„Ich hatte uns aufgeschoben, Anni und mich, ich hatte gedacht, es gäbe noch Zeit für uns. Zeit für Erzählen, für Erklärungen und ein Zurückschauen und Verstehen.“ Solche wunderbaren Sätze legt Autorin Nadine Schneider Christina schon auf den ersten Seiten in den Mund. Es sind Sätze, die einen schnell und tief in den Roman „Das gute Leben“ hineinziehen, die dafür sorgen, dass man mehr über Anni und ihre Geschichte erfahren will.

Mitte der 1960er-Jahre flüchtet Anni aus Rumänien, da ist sie 22 Jahre alt und schwanger. In Nürnberg baut sie sich als Alleinerziehende ein neues Leben auf, arbeitet mehr als 30 Jahre bei der „Quelle“. Ihren Weg zeichnet Nadine Schneider in rückblickenden Kapiteln nach, wobei sie virtuos auf dem Zeitstrahl zwischen den Jahrzehnten, zwischen den Protagonistinnen Anni und Christina hin- und herspringt. So entsteht ein starker Familienroman, in dem die Leserinnen und Leser vier Frauengenerationen kennenlernen – mit ihren Stärken, ihren Schwächen und ihrer Suche nach einem guten Leben. Ein sensibles, berührendes, tolles Buch.

Nadine Schneider, geboren 1990 in Nürnberg, stammt aus einer rumäniendeutschen Familie. „Das gute Leben“ ist ihr drittes Werk. Ihr erster Roman „Drei Kilometer“ wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Literaturpreis der Stadt Fulda. 2021 las sie beim Ingeborg-Bachmann-Preis. Nadine Schneider lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Nürnberg. ja

Ewald Arenz, Rafik Schami, Axel Hacke, Juli Zeh u. v. m.: Heiter bis glücklich. Geschichten für Herz und Seele, Ars Vivendi Verlag, Cadolzburg 2026, 236 Seiten, 15 Euro, ISBN 978-3-7472-0787-1.

Eine Sammlung wunderbarer Lesemomente

Das Buchcover in einem zarten Orange, als Hingucker eine knallgelbe Sonne: Das sorgt auf jeden Fall dafür, dass Leserinnen und Leser sich dem Titel „Heiter bis glücklich“ sogleich emotional annähern. In dem Band finden sich 28 Geschichten für Herz und Seele, die aus den Federn unterschiedlicher Autorinnen und Autoren stammen. Ewald Arenz berichtet über „Eine Urlaubsliebe“, der vor kurzem verstorbene Tommie Goerz nimmt uns in „Tage mit Julie“ mit in die Bretagne und in „Die Strumpfhose“ arbeitet Karen Duve ein Kindheitstrauma auf. „Als ich fünf Jahre alt war, habe ich einmal bei Breisigs auf den Teppich gepinkelt“, so beginnt die Kurzgeschichte. Es ist eine zum Schmunzeln, andere Geschichten stimmen ein klein wenig melancholisch – alle Texte nehmen uns mit auf eine „Kopf-Reise“: in die eigene Vergangenheit, in ferne Länder, in andere Leben.

In „Eine Frage der Größe“ beispielsweise leiden wir mit dem Protagonisten mit, der seiner Freundin Unterwäsche unter den Weihnachtsbaum legen möchte und sich Unterstützung in einem Nürnberger Dessous-Geschäft erhofft. Der israelische Schriftsteller Meir Shalev wiederum verhilft uns in „Glücksmomente“ zu ebensolchen, indem er uns in einen bezaubernden Wildgarten entführt: „Unser Frühling ist bunt und würzig, warm und hell, anregend und liebkosend, angenehm für Auge, Haut und Nase, lockt mit seinem Liebreiz erst das Herz, dann auch den Körper ins Freie – zum Spazieren, Schnuppern, Schauen, Lieben.“ Der Verlag verspricht kleine literarische Auszeiten zum Schmunzeln, Abschalten und Durchatmen. Ein Versprechen, das eingehalten wird. ja

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