Die Kriminalität im südlichen Bahnhofsumfeld konnte dank der guten Zusammenarbeit von Stadt, Polizei und Staatsanwaltschaft in den ersten neun Monaten des Jahres deutlich zurückgedrängt werden. Die Sicherheitslage am Nelson-Mandela-Platz hat sich in diesem Zeitraum merklich verbessert. Auf dem Aufseßplatz zeigen Maßnahmen erste Wirkungen zur Verbesserung des Sicherheitsgefühls.
Rückgang der Delikte am Nelson-Mandela-Platz
- Zahl der Körperverletzungen am Nelson-Mandela-Platz im Vergleich zum Vorjahr mehr als halbiert
- Körperverletzungen innerhalb der Drogenszene sind nahezu auf null gesunken
- Zahl der Straftaten mit Messern ging um mehr als ein Drittel zurück
- Zahl der Raubdelikte konnte mehr als halbiert werden
Maßnahmen am Nelson-Mandela-Platz
- Waffen- und Messerverbotszone seit April 2025
- Cannabisverbotszone seit Dezember 2025
- Rückschnitte von Pflanzen, um die Verstecke von Dealern aufzulösen
Mehr Sicherheit im Bahnhofsumfeld
„Der Bereich rund um den Nürnberger Hauptbahnhof ist ein zentraler Ort unserer Stadt. Die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger hat höchste Priorität. Stadt, Polizei und Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth arbeiten dafür sehr eng zusammen. Und das mit Erfolg“, betont Oberbürgermeister Marcus König bei einem gemeinsamen Termin am 9. Oktober 2026 mit dem Präsidenten der Polizeipräsidiums Mittelfranken, Gernot Rochholz, in der Südstadt.
Nach Angaben des Polizeipräsidenten konnte durch ein Bündel repressiver und präventiver Maßnahmen im Vergleich zum Vorjahr die Zahl der Körperverletzungen am Nelson-Mandela-Platz mehr als halbiert werden, die Körperverletzungen innerhalb der Drogenszene ist nahezu auf null gesunken, die Zahl der Straftaten mit Messern ging um mehr als ein Drittel zurück. Die Zahl der Raubdelikte konnte ebenfalls mehr als halbiert werden.
Zu den Maßnahmen zählte Rochholz bei dem Pressetermin neben der ständigen Polizeipräsenz unter anderem gezielte Rückschnitte von Pflanzen, um die Verstecke von Dealern aufzulösen. Eine besondere Rolle misst der Polizeipräsident der Waffen- und Messerverbotszone bei, die die Stadt im April 2025 eingeführt hat, sowie der Cannabisverbotszone, die seit Dezember 2025 gilt.
„Ich bin der Polizei außerordentlich dankbar, dass sie mit ihrer Einsatzstrategie ‚Bayern. 360° Sicherheit‘ zu den bemerkenswerten Ergebnissen ganz maßgeblich beigetragen hat“, sagt OB König. „Ein weiterer Erfolgsfaktor ist die Arbeitsgruppe ‚Nelson‘ von Stadt, Polizei und Staatsanwaltschaft. Nur gemeinsam können wir für mehr Sicherheit und ein besseres Sicherheitsgefühl sorgen.“
Null Toleranz bei „Grooming“
Null Toleranz gilt für Oberbürgermeister Marcus König bei dem Thema „Grooming“. Hierbei suchen Drogenhändler gezielt Kontakt zu teils noch minderjährigen Mädchen und jungen Frauen. Mit Hilfe von Geschenken, aber dann auch durch Medikamente und Drogen werden Abhängigkeiten geschaffen, um die Opfer anschließend sexuell auszubeuten. Marcus König: „Das ist erschütternd. Hier gibt es für mich keinerlei Toleranz.“
Die Polizei hat frühzeitig den Austausch mit der Stadt gesucht und die Ermittlungskommission „Kajal“ gegründet. Zusammen mit der Staatsanwaltschaft konnten laut Polizeipräsidium bisher 39 Tatverdächtige identifiziert werden. 21 Haftbefehle konnten bisher vollzogen werden. In 19 Fällen wurden aufenthaltsbeendende Maßnahmen angeregt. Bisher ist eine Abschiebung erfolgt.
Maßnahmen am Aufseßplatz
- Alkoholverbotszone seit Ende Dezember 2025: Betretungsverbot bei Verstößen
- präventive Angebote sozialer Beratungsdienste für Menschen, die Hilfe benötigen
- gemeinsame Präsenz von städtischem Ordnungsdienst und Polizei
- Videoüberwachung
Enge Zusammenarbeit
„Auch am Aufseßplatz setzen wir auf eine enge Zusammenarbeit zwischen Stadt und Polizei“, erklärt OB König. Die Stadt hatte Ende Dezember 2025 die Alkoholverbotszone auf den Aufseßplatz ausgeweitet. Wer immer wieder dagegen verstößt, erhält Betretungsverbote. Auch hier werden ausländerrechtliche Maßnahmen geprüft. Der städtische Ordnungsdienst und die Polizei sind gemeinsam präsent. König: „Dass die Polizei die Videoüberwachung auf den Aufseßplatz ausgeweitet hat, ist ein weiterer großer Schritt, das Sicherheitsgefühl der Menschen an dem Platz zu verbessern.“ Hier wie auch im unmittelbaren Bahnhofs-Umfeld gibt es neben repressiven Maßnahmen aber auch präventive Angebote sozialer Beratungsdienste für Menschen, die Hilfe benötigen.
Ausblick
Der Oberbürgermeister setzt zudem große Hoffnungen in den Bau des Schocken-Carrés. Der Start ist noch in diesem Jahr vorgesehen. „Das wird eine enorme Aufwertung für den ganzen Platz. Das Thema Sicherheit ist und bleibt Chefsache. Unser Anspruch: Der Hauptbahnhof und sein Umfeld müssen sichere Orte sein – für Reisende, für Anwohnerinnen und Anwohner, für Familien und ganz besonders für Kinder und Jugendliche."