Text und Video: Kathrin Brunner, Foto: Daniel Karmann / 16.10.2026
Kraftdreikämpfer Thomas Ziegler: Ehrgeiz kennt kein Alter
Seit über 40 Jahren lebt Thomas Ziegler für den Leistungssport. Vom Ringer in der Bundesliga zum erfolgreichen Kraftdreikämpfer mit zahlreichen nationalen Titeln und internationalen Medaillen – seine Karriere ist geprägt von Disziplin und Ehrgeiz. Selbst nach Hüftoperationen denkt der Athlet nicht ans Aufhören.
Wenn Thomas Ziegler von seinem Sport spricht, fällt ein Wort immer wieder: Ehrgeiz. Der Kraftdreikämpfer ist keiner, der trainiert, weil Fitness gerade im Trend liegt. Er will siegen: „Ich bin seit Geburt ehrgeizig. Ich trainiere nicht, weil draußen die Sonne scheint – ich suche den Wettkampf. Ich will mich mit anderen messen.“
Seit inzwischen über vier Jahrzehnten betreibt Thomas Ziegler Leistungssport. Angefangen hat alles beim Ringen, dem er 21 Jahre lang treu blieb. Doch der Preis war hoch: ständiges Abnehmen, Disziplin bis an die Grenze. Irgendwann zog er die Reißleine. Kein Hungern mehr. Stattdessen wechselte er in den Kraftdreikampf und fand dort seine sportliche Heimat. Beim Kraftdreikampf müssen Athleten in den Disziplinen Kniebeugen, Bankdrücken und Kreuzheben ihr maximales Gewicht bewegen.
Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Bereits kurz nach dem Wechsel wurde er Deutscher Meister. Insgesamt schlagen heute zwölf nationale Titel zu Buche, dazu zahlreiche Medaillen bei Europa- und Weltmeisterschaften. Über 30-mal wurde er Bayerischer Meister. Noch immer hält er Rekorde im Bankdrücken und im Kraftdreikampf. Auch 2025 gehörte der 59-Jährige zu den Geehrten der Nürnberger Sportstars und wurde erneut als Deutscher Meister im Bankdrücken ausgezeichnet. „Mein Ehrgeiz bleibt ungebrochen“, betont er.
Gewichte stemmen ist seine Passion: Kraftdreikämpfer Thomas Ziegler.
Aufgeben ist keine Option
Seit Jahrzehnten arbeitet Thomas Ziegler für die Stadt Nürnberg, lange Zeit als Hausmeister an einer Grundschule. Dort kennen ihn viele als den „stärksten Hausmeister der Welt“. Nach Feierabend geht es entweder in den Kraftraum seines Vereins TSV Katzwang oder in die eigene Garage, die er sich zum Trainingsstudio ausgebaut hat. Fünfmal pro Woche trainiert er mindestens, manchmal öfter. „Manchmal muss man sich zum Training zwingen. Aber hinterher ist man immer froh, dass man es gemacht hat.“, erzählt der Sportler.
Trotz dieser Routine bleibt der Antrieb derselbe wie am Anfang: der Wettkampf. Dieser Ehrgeiz treibt ihn auch heute noch an, selbst nach gesundheitlichen Rückschlägen. Im Dezember 2024 musste er sich an beiden Hüften operieren lassen. Für viele wäre das ein Einschnitt, vielleicht sogar das Ende der sportlichen Karriere. Für Thomas Ziegler war es kein Grund aufzuhören. „Ich bin jetzt halb Terminator“, scherzt der Sportler.
Er konzentriert sich inzwischen stärker auf das Bankdrücken. „Es ist einfacher, sich auf eine Disziplin richtig vorzubereiten als auf drei gleichzeitig.“ Sein Ziel reicht weit über die nächsten Jahre hinaus. Thomas Ziegler will auch im hohen Alter noch aktiv sein: „Mit 90 will ich noch auf der Wettkampfbühne stehen. Das ist mein Ziel!“, erzählt er mit einem Lachen.
Sein größter Traum aber liegt näher: einmal ganz oben stehen. Trotz zahlreicher internationaler Medaillen fehlt ihm noch der ganz große Triumph: eine Goldmedaille bei einer Weltmeisterschaft. Für den Dreikampfathleten wäre das die Krönung einer außergewöhnlich langen Karriere: „Ich möchte einmal in meinem Leben in irgendetwas der Beste auf dem Planeten sein.“ Und ob dieses Ziel realistisch ist? Für ihn spielt das keine Rolle. Entscheidend ist, dass er es versucht. Denn für Thomas Ziegler gilt: Aufgeben ist keine Option.
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