Die Stadt Nürnberg setzt ein Zeichen für nachhaltiges und zukunftsfähiges Bauen: SÖR beginnt mit dem vollständig klimaneutralen Rückbau der ehemaligen Gärtnerei Sauerbrey im Westpark. Damit wird erstmals ein Gebäudeabbruch über weite Teile des Prozesses hinweg CO₂-frei umgesetzt – von den Abbrucharbeiten bis hin zum Transport.
Erweiterung des Westparks
Der Rückbau des Gärtnerei-Areals ist Teil der Erweiterung und Neugestaltung des Westparks im Nürnberger Südwesten. Die Stadt hat das Gelände der ehemaligen Gärtnerei Sauerbrey gekauft und erweitert damit den Park im Osten um 7 000 Quadratmeter – so können ehemals gewerblich genutzte Flächen in öffentlichen Grünraum umgewandelt werden.
Nachhaltiger Rückbau und Urban Mining
Das Projekt umfasst neben dem maschinellen Rückbau die fachgerechte Separierung schadstoffbelasteter Baustoffe sowie die Verwertung der anfallenden Materialien. Das Gebäude wird dabei als Rohstofflager im Sinne des „Urban Mining“ verstanden. Ziel ist es, Abfälle zu minimieren und natürliche Ressourcen zu schonen.
Herausforderungen im Bauwesen
Baustellen und Abbrucharbeiten gelten traditionell als besonders energieintensiv und emissionsreich. Vor allem dieselbetriebene Baumaschinen, Schwerlastverkehr sowie ein hoher Energieverbrauch verursachen erhebliche CO₂-Emissionen, Lärm und Luftbelastungen.
Mit dem Projekt im Westpark geht Nürnberg deshalb bewusst neue Wege und zeigt, wie kommunale Baustellen künftig klimafreundlicher umgesetzt werden können.

Strenge CO₂-Vorgaben für die Baustelle
Besonders innovativ sind die strengen CO₂-Vorgaben für die Baustelle: Sämtliche eingesetzten Maschinen, Geräte und Transportfahrzeuge müssen emissionsfrei betrieben werden. Zugelassen sind ausschließlich elektrische oder wasserstoffbetriebene sowie weitere CO₂-freie Antriebe. Der Einsatz klassischer Verbrennungsmotoren – auch in Hybridform oder mit alternativen Kraftstoffen – ist ausgeschlossen. Ebenso dürfen keine stromerzeugenden Aggregate mit fossilen Antrieben für Ladeprozesse genutzt werden.
Beitrag zur Klimaneutralität
Durch den Verzicht auf fossile Antriebe werden Feinstaub, Stickoxide und Lärm deutlich reduziert. Die spätere Erweiterung des Westparks verbessert zusätzlich das Stadtklima und schafft neue Erholungs-, Begegnungs- und Grünflächen für die Nürnberger Bevölkerung.
Vorteile für Umwelt und Bevölkerung
Der Rückbau zeigt damit beispielhaft, wie kommunale Bau- und Abbruchprozesse künftig ressourcenschonend, energieeffizient und klimaverträglich umgesetzt werden können. Gleichzeitig trägt das Vorhaben zur Umsetzung des integrierten Klimaschutzkonzepts der Stadt Nürnberg bei und unterstützt das Ziel der Klimaneutralität bis 2035.
Ausblick und Zeitplan
Der Abbruchzeitraum erstreckt sich von Mai bis Juli 2026. Anschließend wird die Fläche als Rasen angesät und in die Planungen des erweiterten Westpark integriert.




