Nuernberg, 26. September 2008: Kettensteg

Servicebetrieb Öffentlicher Raum


Der Westpark soll schöner werden

Bushaltestelle Westpark, Bild © André Winkel / Stadt Nürnberg

Rahmenplan beauftragt

Der Westpark stammt aus den 1970er Jahren und braucht dringend eine Erneuerung – sowohl bei der Ausstattung als auch beim Erscheinungsbild. Während der östliche Teil bereits als Park genutzt wird, ist der westliche Bereich bisher kaum entwickelt. Mit einem neuen Rahmenplan will SÖR beide Parkteile und angrenzende Erweiterungsflächen zu einem stimmigen Gesamtkonzept verbinden. Der SÖR-Werkausschuss hat den Auftrag zur Planung im Juli 2025 erteilt.

Im Fokus steht die Umsetzung der im Masterplan Freiraum formulierten Vision einer urbanen Parklandschaft: das „Grüne Westband“. Die steigende Bevölkerungszahl durch neue Stadtquartiere, zunehmende Verdichtung und der Klimawandel erfordern eine vorausschauende, robuste Grünplanung. Der Westpark soll dabei nicht nur ökologisch aufgewertet, sondern auch als sozialer Naherholungsraum gestärkt werden – mit inklusiven Spielplätzen, barrierefreien Wegen und neuen Begegnungsorten.

Der Rahmenplan umfasst vier zentrale Entwicklungsbereiche:

1. Erneuerung des Spielplatzes im Ostteil

Der bisherige Spielplatz im Osten ist in die Jahre gekommen und teilweise zurückgebaut. Er soll als inklusiver Spielplatz neugebaut werden. Erste Kinderideen wurden schon im Sommer 2025 gesammelt, eine weitere Beteiligung folgt im Februar 2026. Der Bau soll im Herbst 2026 starten.

2. Integration des Areals der ehemaligen Gärtnerei Sauerbrey

Die Stadt hat das Gelände der ehemaligen Gärtnerei Sauerbrey gekauft und erweitert damit den Park im Osten um 7 000 Quadratmeter. Bis Frühjahr 2026 werden die alten Gebäude abgerissen, danach kann die Fläche neugestaltet werden.

3. Neue Grünfläche und Spielplatz an der Von-der-Tann-Straße

An der Von-der-Tann-Straße entsteht ein neuer Spielplatz für Kinder zwischen drei und zwölf Jahren auf rund 1 800 Quadratmetern. Zudem kann die Grünfläche um weitere 4 800 Quadratmeter vergrößert werden. Die Planungen dafür beginnen 2027.

4. Westliche Parkerweiterung

Auch im Westen wird der Park erweitert: Über 100 000 Quadratmeter landwirtschaftlich genutzte Fläche möchte die Stadt erwerben und als naturnahen Park gestalten.

Bürgerbeteiligung

Ergebnisse der Bürgerbeteiligung Rahmenplan Westpark

Die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung zum Rahmenplan Westpark – sowohl bei der Präsenzveranstaltung in der Villa Leon als auch an der anschließenden Online-Beteiligung wurden ausgewertet und in die weitere Planung einbezogen. Die Vielzahl und Vielfalt der Rückmeldungen zeigen, welch hohen Stellenwert der Park für viele Bürgerinnen und Bürger hat. Herzlichen Dank für die große Teilnahme.

Rückmeldungen zu den Themen „Natur und Erholung“ sowie „Aktivangebote“ (Sport und Spiel) gehören zu den klassischen Aufgabenfeldern der Grünplanung und werden im weiteren Planungsprozess durch SÖR fachlich geprüft und abgewogen. Sie fließen, soweit umsetzbar in den nächsten Planungsschritt ein. Hier wird es eine weitere Beteiligungsmöglichkeit geben.

Natürlich können nicht alle Wünsche realisiert werden: Teilweise stehen sie im Widerspruch zueinander oder überschreiten den räumlichen und konzeptionellen Rahmen des Parks, sie dienen aber der Inspiration für die weitere Planung.

Die folgenden FAQ greifen zentrale, häufig genannte Fragestellungen auf und geben einen Überblick über den aktuellen Stand der Planung.

Am Montag, 17. November 2025 fand die erste Beteiligungsrunde in der Villa Leon statt. Vor rund 80 Zuhörerinnen und Zuhörern stellte Ronald Höfler, Kaufmännischer Sör-Werkleiter gemeinsam mit dem Projektteam die ersten Ideen und den geplanten Zeitrahmen des Projektes vor.
Im Anschluss konnten die Teilnehmenden in Kleingruppen eigene Ideen und Vorschläge einbringen. Dabei standen drei Themenbereiche im Mittelpunkt "Natur und Erholung", "Wege und Zugänge" und "Aktivangebote". Die gesammelten Anregungen werden nun ausgewertet und fließen in die Planungen ein. In einem zweiten Beteiligungsschritt wird der überarbeitete Rahmenplan dann vorgestellt und weiterentwickelt.

FAQ

Wie geht es mit der Fußgängerbrücke über die Von-der-Tann-Straße weiter?

Die bestehende Rad- und Fußgängerbrücke ist in einem schlechten baulichen Zustand und muss in geeigneter Form ersetzt werden. Neben einem Neubau der Brücke werden auch alternative Lösungen, wie beispielsweise eine ebenerdige Querung mit Ampel geprüft.
Da die zukünftige Lösung wesentliche Auswirkungen auf die Gestaltung des Westparks hat, wird sie eng mit der Umplanung des Parks abgestimmt. Der Baubeginn ist derzeit ab etwa 2028 vorgesehen. Die Abstimmungen hierzu laufen aktuell.

Bleiben die Radwege durch den Westpark erhalten?

Der Hauptweg im Westpark ist als sogenannte Freiraumverbindung ausgewiesen. Das bedeutet, dass er gemeinschaftlich von Fußgängerinnen und Fußgängern sowie Radfahrenden genutzt wird. Radfahren ist erlaubt, setzt jedoch gegenseitige Rücksichtnahme voraus. Dieser Grundsatz bleibt auch in der Neuplanung bestehen. Ein Ausbau zu einer Radvorrangroute oder Radschnellverbindung ist nicht vorgesehen. Auch eine bauliche Trennung von Fuß- und Radverkehr ist aus Platzgründen nicht umsetzbar. Um die Situation für alle Nutzerinnen und Nutzer zu verbessern, wird der Hauptweg auf eine Mindestbreite von vier Metern ausgebaut.
Es ist klar, dass die Verbindung durch den Westpark eine wichtige Route für den Radverkehr darstellt. Eine Entlastung wird perspektivisch insbesondere durch den geplanten Ausbau der Rothenburger Straße als Radschnellverbindung erwartet.

Können der Hauptweg und insbesondere die Wege zu den Bushaltestellen besser beleuchtet werden?

Im Zuge der Umgestaltung ist eine Neuordnung der Beleuchtung vorgesehen. Dabei werden – auch aus Gründen des Artenschutzes – weiterhin nur die wichtigsten, übergeordneten Wege beleuchtet. Zum Einsatz kommen ausschließlich insektenfreundliche Leuchtmittel.

Wie sieht es mit der Barrierefreiheit im Park künftig aus?

Eine barrierefreie Gestaltung ist heute ein grundlegender Planungsstandard und wird auch im Westpark konsequent umgesetzt. Dazu gehören unter anderem taktile Leitsysteme, barrierefreie Wegeverbindungen und Rampen sowie inklusive Spielangebote nach dem Prinzip „Miteinander spielen“. Grundlage bilden die „Nürnberger Leitlinien für Qualität und Inklusion auf Spielplätzen, Spielhöfen und Aktionsflächen“. Vertreterinnen und Vertreter des Behindertenrats und des Seniorenrats der Stadt Nürnberg sind in die Planung eingebunden.

Um die Hundezone herum kommt es immer wieder zu Konflikten. Kann diese eingezäunt werden?

Aufgrund zahlreicher Rückmeldungen – sowohl von Hundebesitzenden als auch von anderen Parknutzenden – ist geplant, die Hundezone künftig einzuzäunen. Zudem ist eine Verlagerung der Fläche vorgesehen: Sie soll im südlichen Bereich der Freizeitwiese im westlichen Parkteil entstehen, etwas abgerückt vom Hauptweg. Die geplante Fläche umfasst rund 4.500 Quadratmeter und wird im Zuge der Umgestaltung des westlichen Parkbereichs realisiert. Für mehr Sauberkeit im Westpark sucht SÖR zudem Patinnen und Paten, die Hundekotbeutelspender regelmäßig auffüllen. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an SÖR oder telefonisch an 0911 231-7637.

Ein großer Wunsch war ein gastronomisches Angebot im Park. Wie ist hier der Stand?

Ein festes Gebäude ist mit hohen Investitionskosten sowie ganzjährig anfallenden Pachtkosten verbunden. Als Alternative wird derzeit geprüft, eine Fläche für ein saisonales Angebot bereitzustellen, beispielsweise für ein Pop-up-Café, einen Kiosk (z. B. in Container- oder Bauwagenform) oder einen Foodtruck. Vergleichbare Konzepte gibt es bereits erfolgreich an anderen Standorten in Nürnberg. Ein möglicher Standort ist das ehemalige Gärtnereigelände im östlichen Parkteil. Voraussetzung für die Umsetzung ist, dass sich eine geeignete Betreiberin oder ein geeigneter Betreiber findet. In diesem Fall können die Planungen weiter konkretisiert werden.

Können öffentliche Toiletten im Westpark eingerichtet werden?

Der Bedarf an frei zugänglichen Toiletten ist nachvollziehbar und spielt auch im Hinblick auf Inklusion eine wichtige Rolle. Derzeit werden verschiedene Varianten geprüft – von einer eigenständigen öffentlichen Toilette bis hin zu einer Integration in ein gastronomisches Angebot. Zu berücksichtigen ist, dass öffentliche Toiletten sowohl in der Herstellung als auch insbesondere im Betrieb mit hohen Kosten verbunden sind und häufig von Vandalismus betroffen sind. Die Entscheidung über eine mögliche Umsetzung trifft letztlich der Stadtrat.

Ist ein Trinkbrunnen im Park vorgesehen?

Aktuell können durch SÖR pro Jahr bis zu zwei neue Trinkbrunnen realisiert werden.
Für das Jahr 2028 ist – vorbehaltlich der weiterhin gültigen Rahmenbedingungen – die Einrichtung von zwei Trinkbrunnen im Westpark vorgesehen, jeweils im östlichen und im westlichen Bereich. Die genauen Standorte werden im weiteren Planungsprozess festgelegt, voraussichtlich in der Nähe von Bewegungs- und Aufenthaltsangeboten.

Kann das Thema Wasser (z. B. Teich, Wasserspiel oder Brunnen) im Westpark aufgegriffen werden?

Wasser kann Grünanlagen in vielerlei Hinsicht aufwerten – gestalterisch, klimatisch und als Aufenthaltsqualität. Gleichzeitig sind Wasseranlagen mit hohen Investitions- und Betriebskosten sowie strengen Anforderungen an Hygiene und Wasserqualität verbunden. Zudem ist die Nutzungsdauer in der Regel auf die Sommermonate begrenzt, die in Nürnberg zunehmend trocken ausfallen. Ein naturnahes, ausschließlich durch Regenwasser gespeistes Gewässer ist daher derzeit nicht realistisch. Am ehesten kommen technische Lösungen wie Brunnen oder Wasserspiele infrage. Aktuell wird hierzu eine Kosten-Nutzen-Abwägung vorgenommen. Die Stadt steht dabei auch vor der grundsätzlichen Frage, inwieweit der Einsatz von Trinkwasser für solche Anlagen im Kontext des Klimawandels vertretbar ist. Die Entscheidung trifft der Stadtrat.

Gibt es Möglichkeiten für Gemeinschaftsgärten oder Urban Gardening?

Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, im Bereich der westlichen Erweiterungsflächen zwei städtische Grundstücke für gemeinschaftliche Nutzungen bereitzustellen. Vergleichbare Projekte zeigen, welchen Mehrwert solche Initiativen für das Stadtleben bieten können. Die Betreuung und Bewirtschaftung kann jedoch nicht durch SÖR erfolgen. Voraussetzung ist daher ein verlässlicher Träger, beispielsweise ein Verein, der die Flächen pachtet und ein tragfähiges Nutzungskonzept umsetzt. Die Stiftung Innovation und Zukunft (Betreiberin des Weltackers im Westpark) hat bereits Interesse signalisiert, ein entsprechendes Konzept zu entwickeln. Bei Interesse an einer Mitwirkung können Sie sich direkt dort melden.

Können essbare Pflanzen wie Obstbäume oder Beerensträucher vorgesehen werden?

Punktuell können essbare Pflanzen in die Planung integriert werden, sofern sie ohne zusätzlichen Pflegeaufwand in den regulären Grünflächen-Unterhalt durch SÖR eingebunden werden können. Für aufwendigere Nutzungen – wie beispielsweise Obstbäume mit regelmäßigem Schnittbedarf – stehen derzeit keine ausreichenden personellen und finanziellen Kapazitäten zur Verfügung. Für entsprechende Initiativen empfehlen wir die Zusammenarbeit mit lokalen Akteuren, wie etwa der Stiftung Innovation und Zukunft.

Was passiert mit den landwirtschaftlichen Flächen im Westen (Erweiterungsflächen)?

Zu diesem Thema sind zahlreiche unterschiedliche Wünsche eingegangen – von einer sofortigen Umnutzung über ökologische Bewirtschaftung bis hin zum Erhalt der bestehenden landwirtschaftlichen Nutzung. Wichtig ist: Die Stadt hat keinen direkten Einfluss auf die aktuelle Bewirtschaftung privater Flächen. Weder Enteignungen noch Vorgaben zur Nutzung sind Ziele der Stadt Nürnberg. Sollten die landwirtschaftlichen Flächen von den Besitzern aufgegeben und verkauft werden, besteht ein städtisches Vorkaufsrecht, da die Flächen im Bebauungsplan bereits als Grünflächen festgesetzt sind. Eine Bebauung oder Veräußerung an Investoren ist daher ausgeschlossen. Langfristig verfolgt die Stadt das Ziel, im Rahmen des Projekts „Grünes Westband“ die öffentlichen Grünflächen zu erweitern. Bis dahin bleiben die Flächen im Eigentum und in der Bewirtschaftung der ansässigen Landwirte

Wie geht es mit der Planung und Umsetzung des Westparks weiter?

Die Weiterentwicklung des Westparks erfolgt schrittweise über mehrere Jahre hinweg. Folgende Meilensteine sind geplant:

Weitere Abstimmungen laufen im Hintergrund und der Rahmenplan wird weiterentwickelt. Eine weitere Beteiligung auf dieser Ebene ist nicht geplant.

Die Planung hat bereits begonnen, Baustart ist für nächstes Jahr vorgesehen. Eine erste Kinderbeteiligung fand bereits im Juli 2025 statt, eine zweite ist dieses Jahr geplant. Das Jungendamt informiert!

Geplant sind die Umgestaltung und Aufwertung des gesamten Ostteils, einschließlich der Integration des ehemaligen Gärtnereigeländes. Im Zuge des Vorentwurfs wird es eine weitere Beteiligung geben.

Im Eingangsbereich entsteht ein neuer Spielplatz und die Erweiterungsfläche (ehem. Siemens-Tiefgarage) wird in den Park integriert. Gemäß Gesamtentwurf werden auch Einzelmaßnahmen im restlichen Westteil umgesetzt.

Die weiteren Möglichkeiten liegen weit in der Zukunft und werden kontinuierlich weiterentwickelt.
Zunächst kann es temporäre Zwischennutzungen geben, mit ersten Teilmaßnahmen ist voraussichtlich ab 2035 zu rechnen. Bitte beachten Sie, dass es sich hierbei um einen Ausblick handelt. Zeitliche Abläufe und Inhalte können sich im weiteren Planungsprozess noch anpassen. Über die nächsten Schritte und Beteiligungsmöglichkeiten werden wir Sie fortlaufend informieren.