Nuernberg, 26. September 2008: Kettensteg

Servicebetrieb Öffentlicher Raum

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Andere Meinungen zum Projekt

Seit Beginn der konkreten Planung des kreuzungsfreien Ausbaus stehen SÖR und die Stadt Nürnberg im Dialog mit der Öffentlichkeit. Bei einem so großen Projekt überrascht es nicht, dass es auch Menschen und Gruppen gibt, die dem Vorhaben kritisch gegenüber stehen. Wir nehmen diese anderen Ansichten ernst und versuchen stets, im konstruktiven Gespräch Dinge zu erklären und die Menschen mit Fakten zu überzeugen. Dennoch gibt es einige Themen und Aspekte, die immer wieder gegen den kreuzungsfreien Ausbau vorgebracht werden. Diese möchten wir im Folgenden kurz beleuchten.

Nein, das ginge so nicht.

Die Finanzierung eines großen Verkehrsprojekts folgt anderen Regeln als viele kommunale Pflichtaufgaben. Der kreuzungsfreie Ausbau ist gerade deshalb finanzierbar, weil er in erheblichem Umfang durch Fördermittel unterstützt wird. Diese Fördermittel sind zweckgebunden und stehen nicht automatisch für beliebige andere städtische Aufgaben zur Verfügung.

Zudem würde ein Projektstopp nicht bedeuten, dass Nürnberg plötzlich eine Milliarde Euro frei einsetzen könnte. Die Stadt müsste sich weiterhin um Sanierung, Verkehrssicherheit und Leistungsfähigkeit des Frankenschnellwegs kümmern – nur ohne die mit dem Ausbau verbundenen städtebaulichen Verbesserungen.

Ohne kreuzungsfreien Ausbau müsste der Frankenschnellweg umfassend saniert werden. Diese Sanierung - ohne einen Umbau - ist mit rund 110 Mio. Euro veranschlagt; davon müsste die Stadt voraussichtlich etwa die Hälfte selbst tragen. Baumaßnahmen über mehrere Jahre würden auch in diesem Fall erfolgen.

Der betreffende Abschnitt des Frankenschnellwegs ist heute bereits überlastet und kann im Grunde genommen keine weiteren Fahrzeuge mehr aufnehmen. Das vorliegende Verkehrsgutachten geht deshalb auch nur von einem moderaten weiteren Anstieg des Verkehrs im Jahr 2030 aus. Mit dem kreuzungsfreien Ausbau wird also ein bestehendes Verkehrsproblem gelöst: indem der vorhandene Verkehr gebündelt und besser gelenkt wird, wird eine vorhandene Kreisstraße zukunftsfähig gemacht.

Auch hier gilt, dass der Ausbau einer vorhandenen Straße ein bestehendes bzw. sich hier abzeichnendes Problem löst: Die Neue Kohlenhofstraße kann mehr Fahrzeuge aufnehmen als die bestehende:
- Weil sie nicht wie die vorhandene Kohlenhofstraße eine Einbahnstraße ist, sondern auch in Gegenrichtung befahren werden kann.
- Weil sie die neue, zentrale Zufahrt ist, die den Verkehr gebündelt vom Frankenschnellweg in die Stadt und von der Stadt zum Frankenschnellweg führt.
- Weil sie durch ihre Bündelungsfunktion andere Straßen wie zum Beispiel die Straße An den Rampen vom Verkehr entlastet.
- Weil sie gleichzeitig auch der Erschließung des neu entstehenden Büro- und Gewerbegebiets "Kohlenhofareal" dient.

In der öffentlichen Diskussion über den Ausbau des Frankenschnellwegs wurde wiederholt behauptet, die beim Tunnelbau notwendige Grundwasserabsenkung könne großflächig negative Folgen für Bäume und Gebäude im Umfeld haben.

Keine Auswirkungen auf Vegetation außerhalb des Baufelds – Grundwasser bleibt stabil

Diese Behauptungen sind nicht belegt und widersprechen den Ergebnissen der durchgeführten Fachgutachten. Die Grundwasserabsenkung wird zeitlich und mengenmäßig an den Baufortschritt und die jeweilige Verkehrsführung angepasst. Zwar erstreckt sich die Maßnahme auf einen größeren Bereich im Umfeld des Frankenschnellwegs, Lebensräume außerhalb des Baufelds sind jedoch nicht betroffen.

Grund dafür ist der sogenannte Flurabstand – also der Höhenunterschied zwischen der Geländeoberfläche und der Grundwasseroberfläche. In den angrenzenden Bereichen beträgt dieser Abstand mehr als drei Meter. Damit liegt das Grundwasser dort ohnehin in einer Tiefe, in der es für Pflanzenwurzeln nicht erreichbar ist. Die Vegetation wird bereits heute ausschließlich durch Niederschläge oder künstliche Bewässerung versorgt.

Auswirkung auf Pflanzen

Eine mögliche Auswirkung auf Pflanzen besteht nur in einem schmalen, grundwassernahen Abschnitt zwischen der Rothenburger Straße und der Kreuzung Landgrabenstraße/An den Rampen. Diese Flächen liegen jedoch vollständig innerhalb des vorgesehenen Baufelds und werden im Zuge der Bauarbeiten ohnehin überbaut oder versiegelt.

Beweissicherung bei Gebäuden

Auch für Gebäude innerhalb des betroffenen Gebiets sind Vorsorgemaßnahmen vorgesehen: Vor Beginn der Bauarbeiten wird eine Beweissicherung durchgeführt. Dabei wird der Zustand der betroffenen Gebäude detailliert dokumentiert. Nach Abschluss der Maßnahme erfolgt eine erneute Begehung, um festzustellen, ob sich Veränderungen ergeben haben, die auf die Grundwasserabsenkung zurückzuführen sind. Sollte dies der Fall sein, wird eine entsprechende Entschädigung geprüft und gegebenenfalls gewährt.

Geotechnische und ökologische Untersuchungen

Die Planung stützt sich auf umfangreiche geotechnische und ökologische Untersuchungen, die von unabhängigen Fachbüros erstellt wurden. Während der gesamten Bauzeit wird der Grundwasserstand kontinuierlich überwacht, um mögliche Veränderungen frühzeitig zu erkennen und bei Bedarf Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

Verantwortungsvoller Umgang mit Umwelt- und Klimaschutz

Die Stadt Nürnberg legt großen Wert darauf, Umwelt- und Klimaschutz auch bei großen Infrastrukturmaßnahmen konsequent zu berücksichtigen. Ziel bleibt, notwendige Bauprojekte verantwortungsvoll umzusetzen und die ökologischen Auswirkungen so gering wie möglich zu halten.

Unser Ziel

Die Stadt Nürnberg muss grundsätzlich bei ihren Planungen sehr viele Interessensgruppen berücksichtigen und einbeziehen. Das gilt umso mehr bei einem so großen Projekt wie dem kreuzungsfreien Ausbau des Frankenschnellwegs. Unser Ziel ist es, unter Abwägung aller Bedürfnisse eine ausgewogene und vor allem zukunftsfähige Lösung umzusetzen. Der kreuzungsfreie Ausbau des Frankenschnellwegs berücksichtigt unterschiedlichste Interessen ebenso wie Verkehrsprognosen und setzt so Verkehrsplanung für das 21. Jahrhundert um.

Ihr Kontakt zu SÖR:
Nutzen Sie unser Kontaktformular, um uns Ihre Fragen und Anliegen rund um den Ausbau des Frankenschnellwegs zuzusenden.

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