Der Frankenschnellweg soll zwischen der Stadtgrenze Nürnberg / Fürth und der Otto-Brenner-Brücke in zwei voneinander getrennten Abschnitten kreuzungsfrei ausgebaut werden. Die Ziele: bessere Verkehrsflüsse, weniger Stau, mehr Grün, ein neuer Stadtteilpark, Entlastung für Bürgerschaft und Umwelt.
Informationen zum Bürgerentscheid "Lieber zurück auf Los statt Ausbau Frankenschnellweg"
Der Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD), der Bund Naturschutz und eine Privatperson hatten gegen den Planfeststellungsbeschluss geklagt. Die Verfahren sind inzwischen alle zugunsten der Regierung von Mittelfranken und damit zugunsten der Stadt Nürnberg abgeschlossen.
Der Nürnberger Stadtrat hat am 9. April 2025 beschlossen, dass SÖR den Bauabschnitt West des Frankenschnellwegs (FSW) so schnell wie möglich ausschreiben und umsetzen soll. Der Abschnitt West umfasst ein 2,2 Kilometer langes Straßenstück, das von der Anschlussstelle Nürnberg/Fürth bis zur Anschlussstelle Nürnberg-Westring an der Jansenbrücke reicht.
Die Ausschreibungsunterlagen, die 31 Fachbereiche umfassen, sind erstellt. Damit kann die Ausschreibung für die Hauptbaumaßnahme im Westen beginnen - abhängig vom Ausgang des Bürgerentscheids am 28. Juni 2026. Zu den Arbeiten im Westen gehören der Bau von Lärmschutzwänden sowie Straßen- und Kanalbau. Das europaweite Vergabeverfahren wird mit den Vorgaben der Vergabeverordnung etwa neun Monate dauern. Nach einer Bauvorbereitungszeit von vier Monaten kann der Baubeginn im Abschnitt West im Februar 2027 erfolgen.
Mit diesem Baubeginn könnte dann die Maßnahme „Abschnitt West“ innerhalb von drei Jahren bis Anfang 2030 fertiggestellt werden.
Die Arbeiten finden natürlich nicht gleichzeitig auf der ganzen Länge des Frankenschnellwegs statt, sondern werden abschnittsweise durchgeführt. Die Bauzeit für den Abschnitt Mitte mit dem 1,8 km langen Tunnel beträgt rund zehn Jahre, bevor der Frankenschnellweg in Betrieb geht. Eine Baustelle dieser Größenordnung und Komplexität stellt immer eine Herausforderung dar – für Anwohnende, Verkehrsteilnehmende, Ingenieurinnen und Ingenieure sowie die Bauausführung. Eine vollkommen belastungsfreie Baustelle gibt es nicht.
Aktuell geht es jedoch um den Abschnitt West. Dieser soll – wenn alles planmäßig verläuft – im Februar 2027 beginnen und bis Anfang 2030 fertiggestellt werden. Grundsätzlich gilt: die Arbeiten werden unter laufendem Verkehr durchgeführt, der Verkehr wird in wechselnden Verkehrsführungen durch das jeweilige Baufeld geleitet. Damit werden weitgehend alle Verkehrsbeziehungen aufrechterhalten und Sperrungen vermieden. Temporäre Sperrungen einzelner Fahrbeziehungen lassen sich baubedingt aber nicht vermeiden.
Die Gesamtkosten für den kreuzungsfreien Ausbau des Frankenschnellwegs im Abschnitt West und im Abschnitt Mitte betragen rund 1,1 Mrd. Euro. Der Ausbau wird vom Freistaat Bayern mit 80% der zuwendungsfähigen Kosten gefördert. Die Förderung erfolgt aus Mitteln des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes (GVFG) und des Finanzausgleichsgesetzes (FAG) und beträgt nach derzeitigem Kostenstand 650 Mio. Euro. Das Projekt wird zusätzlich über Sonderfinanzierungen des Freistaats Bayern mit rund 150 Mio. Euro unterstützt. Hierin sind auch Mittel aus dem Sondervermögen des Bundes enthalten, welche den Ländern für Infrastrukturmaßnahmen zur Verfügung gestellt worden sind.
