SÖR hat am 3. November 2025 mit dem Bau eines neuen Spielplatzes am Beginn des Fußwegs „Alte Allee“ nahe der Hans-Schmidt-Straße begonnen. Voraussichtlich ab Juni 2026 können Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren auf einer Fläche von etwa 890 Quadratmetern die neue attraktive Spielfläche nutzen.
Während der Bauzeit ist das Ende der Alten Allee für den Verkehr gesperrt, um die Baustelleneinrichtung zu ermöglichen. Fußgänger und Radfahrer müssen mit Einschränkungen rechnen, die Zugänge zu angrenzenden Grundstücken bleiben jedoch gewährleistet.
Spielplatz in naturnaher Atmosphäre
Der Spielplatz soll vielfältige Spiel‑ und Bewegungsmöglichkeiten in naturnaher Atmosphäre bieten. Geplant sind Sandspielbereiche mit Sandbaustelle und Holzpodesten, eine Stehwippe, ein Kletter‑ und Balancierbereich, eine Balancierscheibe mit Geräusch, eine Seilkletteranlage mit Rutsche, eine Doppelschaukel sowie ein rollstuhlgerechtes Karussell. Die Spielfläche wird mit Bodenmodulationen und dauerhaften Bemalungen der Wege gestaltet, um vielfältige Sinneserfahrungen zu ermöglichen.
Die Fläche wird naturnah aufgewertet und mit Bodenmodulationen sowie einer vielfältigen Bepflanzung aus Bäumen, Sträuchern und biodiversitätsfördernder Unterpflanzung gestaltet. Der Anteil versiegelter Flächen wurde bewusst minimal gehalten. Die Fallschutzmaterialien bestehen zudem überwiegend aus ungebundenen, wasserdurchlässigen Materialien.
Die Wegeflächen bestehen aus Asphalt und Betonrechteckpflaster, die das Oberflächenwasser vollständig vor Ort versickern lassen. Zusätzlich sorgen Sickergruben in den Fallschutzbereichen für eine effektive Versickerung. Insgesamt werden zwei neue Bäume gepflanzt, ergänzt durch Sträucher und eine Unterpflanzung, die der Förderung der Biodiversität dient.
Im Bereich der Alten Allee wird die Bodenbearbeitung in Handarbeit durchgeführt. Rasenreste und Wurzeln im Untergrund werden durch Schutzplatten vor Beschädigungen durch Befahrungen während der Bauarbeiten geschützt.
Die Ausstattung umfasst überwiegend Holzbauweise mit Pfostenschuhen, die einen konstruktiven Korrosionsschutz bieten, sowie Sitzgelegenheiten in Form von Bank-Tisch-Kombinationen, Bänken und Naturstein-Sitzflächen. Für die Grundstücksmarkierung und zur Betonung der Eingänge werden Holz- und Natursteineinfassungen, Abplankungen und Pfosten verwendet.
Die Zugänge zum Spielplatz sind über Wege an die Alte Allee angeschlossen. Der Weg führt unter anderem zum Anliegerweg des Grundstücks des Evangelischen Siedlungswerks (ESW) und dient gleichzeitig als Leitsystem zur Orientierung eingeschränkter Menschen.
Am 14. November 2024 fand im Kindergarten Olgastraße eine Nutzerbeteiligung statt, bei der rund 20 Kinder den Spielplatzentwurf mitgestalten konnten. Die Kinder stimmten mit großer Mehrheit für den Entwurf und wählten aus drei Schaukelmodellen die Doppelschaukel als Favorit.
Der neue Spielplatz entsteht auf einer geräumten Gartenanlage. Das Grundstück befindet sich im Eigentum der Stadt. Ein Teil davon ist an das Evangelische Siedlungswerk (ESW) veräußert worden, um darauf Wohnungen zu bauen. Auf dem anderen Teil entsteht der neue Spielplatz. Das ESW beteiligt sich an den Kosten. Die Freifläche wurde 2024 geräumt und wird über die Alte Allee und einen neuen Anliegerweg erschlossen.
Die Kosten für den Bau des Spielplatzes betragen 333.700 Euro. Die Finanzierung wird aus der städtischen Spielplatz- und Spielhofpauschale gedeckt sowie durch Ablösemittel des Evangelischen Siedlungswerks (ESW), das zudem die Kosten für einen Baum übernimmt.
Der Spielplatz leistet durch seine inklusive Gestaltung einen wichtigen Beitrag dazu, Nürnberg schrittweise inklusiver zu gestalten. Die Maßnahme ist Teil des Nürnberger Aktionsplans zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention. Den Ersten Aktionsplan hat der Nürnberger Stadtrat im Dezember 2021 einstimmig beschlossen. Um die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit und ohne Behinderung in Nürnberg zu verwirklichen, wurden und werden umfangreiche Maßnahmen entwickelt und umgesetzt. Dazu gehören auch die „Nürnberger Leitlinien für Spielplätze, Spielhöfe und Aktionsflächen“, die - deutschlandweit einzigartig - seit 2022 verbindliche Regelungen und überprüfbare Zielwerte für Qualität und Inklusion auf Spielflächen festschreiben.



