Nuernberg, 26. September 2008: Kettensteg

Servicebetrieb Öffentlicher Raum


Fertigstellung des Pocket Parks Kirchenstraße

In der Kirchenstraße / Ecke Regensburger Straße ist ein neuer kleiner Grünraum für die Nachbarschaft entstanden: der Pocket Park Kirchenstraße. Anlass der Neugestaltung waren die leeren Baumscheiben an der Regensburger Straße, die aufgrund zu kleiner Baumscheiben und zahlreicher Leitungen im Untergrund nicht mehr nachgepflanzt werden konnten.

Der Servicebetrieb Öffentlicher Raum Nürnberg (SÖR) hat die Flächen daher grundlegend neu geplant und aufgewertet. Ein zentraler Baustein war die Entsiegelung: Die bisher rund 70 Quadratmeter offenen Bodenflächen wurden auf etwa 200 Quadratmeter erweitert. Solche entsiegelten Flächen sind aus fachlicher Sicht besonders wertvoll, da sie Regenwasser direkt aufnehmen, im Boden speichern und so den Pflanzen wieder zur Verfügung stellen. Gleichzeitig wird die Kanalisation entlastet und die Verdunstungskühlung im Sommer verbessert – ein wichtiger Beitrag zur Anpassung an den Klimawandel in dicht bebauten Stadtbereichen.

Zierkirschen und Zerreichen

Im neuen Pocket Park wurden zwei Zerreichen sowie eine Zierkirsche als Ersatz gepflanzt, ergänzt durch die Neupflanzung einer weiteren Zerreiche und einer zusätzlichen Zierkirsche. Die Auswahl der Baumarten orientiert sich an aktuellen Empfehlungen für Stadtbäume: Sie gelten als vergleichsweise hitze- und trockenheitsverträglich und kommen mit den zunehmend anspruchsvollen Standortbedingungen im urbanen Raum gut zurecht. Größere, zusammenhängende Wurzelräume verbessern zudem langfristig die Vitalität und Standfestigkeit der Bäume.

  1. Vor der Neuplanung - Baumscheiben in der Kirchenstraße 2021

    Baumscheiben in der Kirchenstraße vor der Neuplanung, Bild © Steffen Stritt / SÖR / Stadt Nürnberg
  2. Über 100 Quadratmeter wurden zusätzlich entsiegelt

    Entsiegelung zum Pocket Park Kirchenstraße, Bild © Steffen Stritt / SÖR / Stadt Nürnberg
  1. Drei Zerreichen und zwei Zierkirsche im neuen Pocket Park

    Baumpflanzungen im Pocket Park Kirchenstraße, Bild © Steffen Stritt / SÖR / Stadt Nürnberg
  2. Die Staudenpflanzung wurde mit mineralischem Mulch abgedeckt

    Kirchenstraße Pocketpark Staudenpflanzung Mulch, Bild © Steffen Stritt / SÖR / Stadt Nürnberg

Staudenpflanzung als wertvolle Ergänzung

Die Pflanzflächen werden mit einer blütenreichen, trockenheitsverträglichen Staudenmischung („Silbersommer“) gestaltet. Diese zeichnet sich durch robuste Arten mit geringem Wasserbedarf aus und sorgt insbesondere in den Sommermonaten für ein harmonisches Bild aus blauen, weißen und gelben Blüten sowie silbrigem Laub. Diese Staudenmischpflanzung hat sich als pflegeextensiv und gleichzeitig ökologisch wertvoll erwiesen, da sie Lebensraum und Nahrungsangebot für Insekten bietet.

Nach der Pflanzung sind die Stauden noch klein. Daher wird sich die Wirkung der Staudenpflanzung erst ab dem Sommer und in den kommenden Jahren zeigen, wenn sich die Pflanzen am Standort etabliert haben. Die aufgebrachte mineralische Mulchschicht aus Splitt schützt die Pflanzen, reduziert die Verdunstung aus dem Boden und unterdrückt unerwünschten Aufwuchs.

Silbersommer_neu angelegt, Bild © Steffen Stritt / SÖR / Stadt Nürnberg
Blütenbeispiel: Die Staudenpflanzung "Silbersommer" wird im zweiten und dritten Jahr ihre volle Blüte zeigen. Der mineralische Mulch dient dabei als stabiler Verdunstungsschutz und wird bald nicht mehr zu sehen sein.
Die neuen Zierkirschen sind eine wertvolle Begleitung zur im April blühenden Kirsche im vorhandenen Bestand.

Ein wertvoller Beitrag für das öffentliche Grün

Um die Aufenthaltsqualität zu verbessern, wurden die vorhandenen Bänke neu angeordnet und durch zwei zusätzliche Sitzgelegenheiten ergänzt. So entsteht ein kleiner, grüner Treffpunkt im Quartier.

Mit dem Pocket Park Kirchenstraße schafft SÖR nicht nur mehr Grün im Stadtteil, sondern setzt zugleich zentrale Erkenntnisse aus der Stadtklima- und Freiraumplanung um: Mehr unversiegelte Flächen, angepasste Pflanzenwahl und multifunktionale Nutzung – für eine lebenswertere und klimaresiliente Stadt.

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